Samstag, 15. Juni 2024
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Vienna Pride: Bücherei-Eingang vor Lesung mit Drag Queen zugemauert

Nun sucht der Verfassungsschutz nach den Täter:innen

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Vermummte Aktivist:innen sollen über Nacht den Eingang zur städtischen Bücherei in der Gumpendorfer Straße zugemauert und homophobe Flugblätter hinterlassen haben. In der Bücherei soll heute eine Lesung queerer Kinderbücher stattfinden.

Flugblätter warnen vor „sexueller Propaganda“

Der Eingang wurde – vermutlich von Rechtsextremen – zugemauert, die massiv wirkende Mauer wurde rot-weiß-rot bemalt, auf ihr wurde ein homophober Hashtag geschrieben.

Außerdem wurden Flugblätter verstreut, auf denen es unter anderem heißt, man wolle „niemals“ akzeptieren, „dass in diesem Land Kinder mit sexueller Propaganda indoktriniert werden“. Man wehre sich gegen die „staatsfinanzierte Globohomo-Ideologie“, so die unbekannten Täter:innen.

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Der Verfassungsschutz ist informiert

Die Mauer sei ein Symbol für „unseren Widerstand“, heißt es auf dem Flugblatt weiter und symbolisiere „eine rote Linie, die wir verteidigen: Heimat, Freiheit, Familie und die natürliche sexuelle Identität“. Der Verfassungsschutz ist nach Informationen von GGG.at bereits über die Aktion informiert

Langjährigen Studien zufolge sind extreme homophobe Einstellungen unter latent homosexuellen Menschen, die ihre sexuelle Orientierung nicht ausleben können, besonders verbreitet.

Ernst-Dziedzic: „Wir lassen uns nicht einschüchtern“

In der Bücherei soll heute Drag Queen Candy Licious im Rahmen der Vienna Pride Kindern ab fünf Jahren aus queerfreundlichen Kinderbüchern vorlesen. Zuletzt hatten Rechtsextreme und klerikale Kreise gegen die Veranstaltung mobil gemacht.

In einer ersten Reaktion gibt sich Ewa Ernst-Dziedzic, LGBTIQ-Sprecherin der Grünen, betont kämpferisch: „Wir lassen uns nicht einschüchtern von feigen Aktionen und Drohgebärden Ewiggestriger, diesem Hass gehört einRiegel vorgeschoben“, schreibt sie auf Twitter.