Samstag, 13. April 2024
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Affenpocken-Infektion durch Sperma möglich

Italienischer Forscher warnt und empfiehlt Kondome auch nach der Infektion

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Seit Wochen halten Affenpocken auch in Österreich die Community in Atem – auch, weil die Krankheit bei ihrem aktuellen Ausbruch vor allem Männer betrifft, die Sex mit verschiedenen Männern haben. Nun gehen italienische Forscher:innen dem Verdacht nach, dass Affenpocken auch über Sperma übertragen werden können.

Das Sperma könnte länger ansteckend sein als die Pusteln

Francesco Vaia, Leiter des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Spallanzani-Hospitals in Rom, hat mit seinem Team das Sperma von 16 Männern untersucht, die sich mit Affenpocken infiziert hatten. In 14 Proben fanden die italienischen Wissenschaftler:innen das Virus.

Das widerspreche der Vermutung, dass das Virus „nur selten oder zufällig im Sperma“ vorkomme, so Vaia. Der hauptsächliche Ansteckungsweg sei zwar weiterhin der direkte Kontakt mit den typischen Pusteln. „Aber unsere Studie zeigt, dass auch das Sperma ein Infektionsträger sein kann“, so der Experte. Die Ergebnisse der Studie wurden allerdings noch nicht veröffentlicht oder von unabhängigen Expert:innen überprüft.

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Außerdem untersucht das Forscher:innen-Team, wie lange das Affenpocken-Virus nach dem Auftreten der ersten Symptome noch im Sperma vorhanden ist. In einem der Fälle sei das Virus noch drei Wochen nach den ersten Symptomen im Sperma nachgewiesen worden – während die typischen Bläschen bereits abgeklungen waren.  Vaia empfiehlt deshalb, auch nach dem Ende einer Infektion weiter Kondome zu benutzen.

Auch auf Flächen, die Infizierte berührt haben, gibt es viele Affenpocken-Viren

Unterdessen haben Forscher:innen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) herausgefunden, dass auch Oberflächen, die an Affenpocken erkrankte Menschen berührt haben, hochgradig mit dem Virus belastet sein können. Eine konkrete Gefahr dürfte davon in den meisten Fällen aber nicht gegeben sein.

„Wir gehen davon aus, dass Oberflächen sehr stark belastet sein müssten, um sich durch den Kontakt mit dieser Oberfläche anstecken zu können“, so Johannes Knobloch, Leiter der Studie und des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene des UKE. Das betreffe vor allem Menschen, die mit Erkrankten zusammenlebten oder sie versorgten.

Allerdings konnte nicht nachgewiesen werden, dass man sich durch den Kontakt mit diesen Flächen auch mit Affenpocken anstecken könne. „Von öffentlich zugänglichen Handkontaktflächen wie Türklinken oder Aufzugknöpfen geht nach den bisherigen Erkenntnissen keine Gefährdung aus“, gibt Knobloch vorsichtig Entwarnung.

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