Lesbenkongress lädt Lesben-Aktivistin Faika El-Nagashi aus

Wegen angeblich transfeindlicher Aussagen ausgeladen - jetzt will sie Widerstand organisieren

Faika El-Nagashi
Grüne Wien

Wenn heute in Budapest der dritte Kongress der EuroCentralAsian Lesbian Community (EL*C) beginnt, ist eine der bekanntesten lesbischen Politikerinnen Österreichs nicht dabei: Die Grüne Nationalratsabgeordnete Faika El-Nagashi wurde weniger als 24 Stunden vor Beginn des Kongresses wieder ausgeladen – weil ihre “jüngsten öffentlichen Stellungnahmen” gegen “die Grundwerte der EL*C verstoßen” würden.

Mit ihren Aussagen zu trans Themen polarisiert El-Nagashi in der Community

“Lesben sind nicht länger willkommen bei einer Lesbenkonferenz”, twitterte El-Nagashi sichtbar irritiert über die Entscheidung: Immerhin hat sie die beiden bisherigen Konferenzen in Wien und Kiew mitorganisiert – in der Ukraine wurde sie auch zur Zielscheibe der rechten Gegendemonstrationen zur Lesbenkonferenz. Auch sonst gilt sie als aktives Mitglied der Lesbenszene, das auch dorthingeht, wo die Rechte sexueller Minderheiten körperlich bedroht werden. 

Grund für die Ausladung dürften Aussagen von El-Nagashi zum Thema Transgeschlechtlichkeit sein. So kritisierte sie unter anderem, dass Jugendliche, die sich trans fühlen, zu früh medizinisch behandelt werde würden. Auch warnte sie öffentlich davor, dass Männer, die sich selbst als trans Frauen definieren würden, auf Frauentoiletten auftauchen können – ein klassisches Narrativ der Rechten und vor trans-ausschließenden Feministinnen. 

„Wir können deine Registrierung für die Konferenz nicht akzeptieren“

Das war den Organisatorinnen des Lesbenkongresses in Budapest offenbar zu viel: “Wie du weißt, unterstützt die EL*C nachdrücklich trans und genderdiverse Inklusion und Sichtbarkeit”, heißt es in der Mail, die die Aktivistin knapp vor der Konferenz bekommen hat: “Deshalb können wir deine Registrierung für die Konferenz in Budapest nicht akzeptieren. Wir werden deine Registrierungsbeitrag zurückerstatten.” 

El-Nagashi ist trotzdem in Budapest, will sich durch die Ausladung nicht entmutigen lassen. “Mit eurer Entscheidung, mich von der Konferenz auszuschließen, geht ihr den Weg der Spaltung. Ihr kennt mich, meine Erfolgsbilanz, meine Arbeit, mein Engagement. Ich habe mich nicht verändert. Mit eurer Entscheidung sagt ihr Lesben überall: Hier ist kein Platz für euch”, schreibt sie auf Twitter.  

“Ich bin mehr überzeugt denn je, meine Meinung zu vertreten”, setzt sie fort. Und lädt Mitstreiterinnen ein, sich mit ihr der ungarischen Hauptstadt zu treffen: Um zu diskutieren, sich zu vernetzen – “und, um wieder eine echte Lesbenbewegung aufzubauen”, wie Faika El-Nagashi schreibt.