Mittwoch, 17. Juli 2024
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Kieferbruch nach schwulenfeindlicher Attacke in Niederbayern

Opfer musste in der Uni-Klinik Regensburg operiert werden

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Eine schwulenfeindliche Attacke hat es in der Nacht von Freitag auf Samstag in Niederbayern gegeben: Ein junges schwules Paar ist nach dem Besuch einer queeren Party in einem Club in Dingolfing im Landkreis Landshut angegriffen worden. Das berichtet der Verein „Queer in Niederbayern“, in dem die Angegriffenen Mitglieder sind.

Nach dem Besuch einer queeren Party wurde das Paar beschimpft und angegriffen

Demnach ist das Paar aus einer Gruppe junger Männer heraus beschimpft worden, unter anderem als „Schwuchteln“. Anschließend soll einer aus der Gruppe einen der beiden Männer bespuckt und anschließend mit einem Faustschlag ins Gesicht niedergeschlagen haben.

„Dabei verlor er zunächst das Bewusstsein und erlitt einen Kieferbruch, der im Universitätsklinikum Regensburg operiert werden musste“, berichtet „Queer in Niederbayern“. Der Vorfall wurde angezeigt, Aufnahmen aus der Videoüberwachung im Eingangsbereich des Clubs seinen sichergestellt worden.

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Täter sollen „mit der vollen Härte unserer Gesetze“ bestraft werden

Als Vorstand des Vereins sei man von diesem Vorfall schwer erschüttert und hart getroffen, so Vereins-Covorsitzender Herbert Lohmeyer – „zumal wir uns im Vorfeld dieser ersten queeren Party unterstützend angeboten haben“. Er hofft, dass die Täter gefunden und „mit der vollen Härte unserer Gesetze“ bestraft würden.

Der Vorfall zeige, dass die LGBTI-Community auch in Niederbayern „noch stärker sichtbar werden und die gesellschaftliche Unterstützung und Akzeptanz einfordern“ müsse, so „Queer in Niederbayern“ in der Aussendung weiter. Deshalb brauche es auch in Bayern, wie bereits in allen anderen Bundesländern, einen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, so Lohmeyer.

„Und auch ein fehlender Bildungsplan, mit dem in unseren Schulen endlich auch andere Lebensweisen als die heteronormative lehrt, trägt eine Mitschuld an solchen tätlichen Übergriffen“, fügt der Co-Vorsitzende des Vereins hinzu. Auch in Integrationskursen müsse „über unsere liberale Weltanschauung und Lebensweisen“ unterrichtet werden.