Samstag, 20. April 2024
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Expertin warnt: Affenpocken-Gefahr ist noch nicht vorbei

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Der letzte Sommer stand für viele Männer, die Sex mit Männern haben, im Zeichen der Affenpocken: Mehr als 84.000 bestätigte Fälle weltweit, darunter 75 Todesfälle, sorgten für Unruhe.

In ganz Europa gibt es zur Zeit 18 registrierte Fälle pro Woche

Mittlerweile ist die Krankheit in der westlichen Welt wieder unter Kontrolle: Durch Impfungen und entsprechende Maßnahmen konnte die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesenkt werden – Anfang Dezember steckten sich innerhalb einer Woche in ganz Europa nur 18 Personen mit dem Virus an.

Doch das ist kein Grund zur Gelassenheit, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Denn neue Ausbrüche seien jederzeit möglich, warnt WHO-Expertin Rosamund Lewis. „Wir könnten in drei Jahren eine Virusvariante haben, die deutlich weniger gut einzudämmen ist – das ist ein echtes Risiko“, warnt sie in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

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„Bewusstsein für mögliche Affenpocken-Fälle muss erhöht werden“

Die Empfehlung der Expertin: „An der klinischen Front muss das Bewusstsein für mögliche Affenpockenfälle erhöht werden.“ Kliniken, die sich auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten spezialisiert haben, sollen auch weiterhin routinemäßig auf Affenpocken testen. 

Bei Menschen mit Fieber und Ausschlag müssten neben Masern, Windpocken, Krätze, Syphilis oder Herpes auch Affenpocken in Betracht gezogen werden. Doch das im Bewusstsein zu verankern könnte schwer werden, wenn es so aussieht, als seien die Affenpocken in bestimmten Regionen kein Problem mehr, fürchtet Lewis.

Sorge vor einer neuen Virus-Mutation aus Afrika

Ein weiteres Problem: In Afrika oder Teilen Südamerikas stehen PCR-Tests, mit denen Affenpocken nachgewiesen werden können, nicht zur Verfügung. Dadurch bleiben viele Fälle unerkannt. Und wenn das Virus unerkannt bleibt, kann es auch leichter mutieren – was zu deutlich ansteckenderen Varianten führen könnte.

Lewis fordert deshalb mehr finanzielle Mittel, um unter anderem Schnelltests und günstige, leicht verfügbare Impfstoffe gegen Affenpocken zu entwickeln. „Wir müssen uns fragen: wollen wir das jetzt ein für alle Male unter Kontrolle bringen oder wollen wir uns Jahrzehnte damit herumschlagen?“, so die WHO-Expertin.

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