Mittwoch, 17. Juli 2024
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Bundesregierung säumig beim Schutz intergeschlechtlicher Kinder

Am 17. Mai wird der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Inter*-Feindlichkeit (IDAHOBIT) begangen. Über 50 Organisationen nehmen das zum Anlass, um von der Bundesregierung ein Gesetz zum Schutz von intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen einzufordern.

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„Die Bundesregierung muss endlich ihren Job erledigen und ein Gesetz zum Schutz von intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen vorlegen. Wie lange sollen wir noch warten?“ ärgert sich Luan Pertl, Vorstandsmitglied des Vereins Intergeschlechtlicher Menschen Österreich (VIMÖ) sowie Mitglied der Plattform Intersex Österreich.

Bis heute erleben intergeschlechtliche Kinder unnötige medizinische Eingriffe

Denn: „Bis heute erleben intergeschlechtliche Kinder und Jugendliche medizinische Eingriffe, die weder selbstbestimmt noch notwendig sind. Das führt oft zu großem Leid, Traumatisierungen und körperlichen Beschwerden“, so Pertl weiter.

Zur Petition

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Mit einem offenen Brief und einer Online-Petition richten sich deshalb über 50 Organisationen und bereits mehrere hundert Einzelpersonen an Gesundheitsminister Johannes Rauch und Justizministerin Alma Zadić von den Grünen und Familienministerin Susanne Raab von der ÖVP.

Ein Gesetzesentwurf liegt seit Herbst bei der ÖVP

Bereits im Juni 2021 hat der Nationalrat die Minister:innen mit einem einstimmig beschlossenen Entschließungsantrag dazu aufgefordert, intergeschlechtliche Kinder und Jugendliche vor nicht-notwendigen medizinischen Eingriffen zu schützen. Justizministerin Zadić zufolge liegt seit Herbst 2022 ein fertiger Gesetzesentwurf bei der ÖVP, die sich offenbar in dieser Frage nicht bewegen will.

„Es reicht nicht am 17. Mai oder im Pride-Monat Juni die Regenbogenfahne auszupacken, wenn im restlichen Jahr nicht an der Verbesserung der Lebensrealitäten von LGBTIQ-Menschen gearbeitet wird. Die Bundesregierung muss endlich ein Gesetz zum Schutz von intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen vorlegen“, sagt Mart Enzendorfer, Obmensch der Plattform Intersex Österreich. 

„Geschlechtliche Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung. Kinder mit Variationen der Geschlechtsmerkmale müssen endlich wirkungsvoll geschützt werden“, ergänzt Wolfgang Rögner vom Verein Klinefelter*Inter.