Freitag, 12. Juli 2024
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NÖ: Gendersternchen kann Beamte künftig den Job kosten

Gendern wird in Niederösterreich bald bestraft - ein Erlass der Landesregierung sieht konkrete Verbote für gendergerechte Formulierungen vor.

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Neben Ausländer:innen oder Drag Queens gibt es wohl kaum etwas, das die FPÖ so sehr in Rage versetzt wie das Gendersternchen. Und dort, wo die Freiheitlichen mitregieren, gibt es auch deutliche Zeichen, wie sie ihre Vorstellungen eines „normalen“ Zusammenlebens durchsetzen wollen.

Ab 1. August soll Gendern im Landesdienst verboten werden

So wie in Niederösterreich, wo die FPÖ gemeinsam mit der ÖVP regiert. Dort tritt am 1. August – also mitten im Sommerloch, wenn wenig Widerstand zu erwarten ist – ein Erlass in Kraft, der gendergerechte Formulierungen im niederösterreichischen Landesdienst explizit verbietet. 

Die Verwendung von Gendersternchen oder ähnlichen Symbolen soll künftig als „dienstrechtliches Vergehen“ gewertet werden. Das heißt, Landesbediensteten droht bei geschlechtergerechter Sprache eine Abmahnung oder gar ein Disziplinarverfahren, sie riskieren damit ihren Job.

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HOSI Linz: „Vorurteile verstärkt und Diskriminierung gefördert“

Das führt zu harscher Kritik: „Anstatt eine inklusive Gesellschaft zu fördern, würden Vorurteile verstärkt und Diskriminierung gefördert“, meint etwa Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz. Der Erlass sei „ein bedenklicher Schritt zurück“ und stelle die Fortschritte bei Gleichstellung und Vielfalt in Frage.

Die HOSI Linz kritisiert auch die niederösterreichische Volkspartei, dass sie sich an diesem Erlass beteiligt. „Eine staatstragende Partei sollte sich für die Grundsätze von Gleichberechtigung und Chancengleichheit einsetzen“, so Müller: „Die geplante Einschränkung von gendergerechter Sprache steht jedoch im klaren Widerspruch zu diesen Grundsätzen“