Mittwoch, 17. Juli 2024
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Für alle zugänglich: HOSI Salzburg übergibt ihr Archiv der Stadt

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Es war im Jahr 1980, als vier Personen, unter ihnen der heute 82 Jahre alte Höhlenforscher Walter Klappacher, die die Homosexuellen Initiative Salzburg, kurz HOSI, gründen. 43 Jahre später ist vieles anders: Der Verein hat seinen fixen Platz in der Stadt, und die Pride Week ist jedes Jahr ein Fixpunkt im Salzburger Veranstaltungskalender.

Die HOSI Salzburg hat einen großen Teil ihres Archivs dem Haus der Stadtgeschichte übergeben

Damit alles, was nicht dem Datenschutz unterliegt, der Öffentlichkeit und der Forschung zur Verfügung steht, hat Conny Felice, Geschäftsführerin der HOSI Salzburg, am Freitag einen großen Bestand des Vereinsarchivs an das Haus der Stadtgeschichte in der Salzburger Glockengasse übergeben.

„Wir übergeben zahlreiche Plakate und mehrere Laufmeter an Dokumenten den sicheren Händen des Hauses der Geschichte und damit der Forschung“, so Felice. Die HOSI-Salzburg-Geschäftsführerin ist überzeugt, dass diese Übergabe der Beginn für die geschichtliche Aufarbeitung der queeren Community in Salzburg ist.

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Studierende sollen sich mit queerer Geschichte in Salzburg beschäftigen können

Geboren wurde die Idee durch den Umzug der HOSI Salzburg in ihre neuen Räumlichkeiten in die Franz-Josef-Straße. „Wir haben so viele Dokumente, Plakate und Protokolle gefunden, die unsere gesamte Geschichte widerspiegeln. Uns war klar, wir wollen diese Geschichte und die Menschen, die sie erlebt und begründet haben, ehren“, so Felice bei einer Pressekonferenz.

Die Unterlagen sollen dabei nicht nur einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Uns ist auch wichtig, dass sich Studierende mit der queeren Geschichte in Salzburg auseinandersetzen können und darüber auch forschen“, fügt sie hinzu.

Ein wertvoller Schatz für das Salzburger Stadtarchiv

Und auch für das Salzburger Stadtarchiv sind die Unterlagen der HOSI Salzburg ein wertvoller Schatz. „In der HOSI waren und sind hunderte Personen aktiv – und das über viele Jahrzehnte. Die Quellen, die uns heute übergeben werden und alle weiteren, sollen die Verdienste dieser Personen dokumentieren“, erklärt Sabine Veits-Falk, Leiterin des Stadtarchivs.

Die Archivalien zeigen auch die Anfangsgeschichte der HOSI Salzburg: Denn der Verein wurde – aufgrund geltender Sondergesetze gegen Homosexuelle – zunächst verboten. Doch dann schaltete sich der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky von der SPÖ ein. Der Bescheid, der die Gründung des Vereins untersagte, traf fünf Tage zu spät ein, die HOSI Salzburg war gegründet – eine typisch österreichische Lösung.