Sonntag, 26. Mai 2024
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Erste konkrete Indizien für Islamisten-Anschlag auf die Regenbogenparade

Wenn es darum ging, Beweise für den geplanten Anschlag auf die Wiener Regenbogenparade vorzulegen, waren die Sicherheitsbehörden bis jetzt eher schmallippig. Das könnte sich nun ändern.

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Die Nachricht, dass Islamisten einen Anschlag auf die Regenbogenparade geplant haben sollen, erschütterte nicht nur die Community. Doch nachdem die zuständigen Behörden die Öffentlichkeit darüber informiert hatten, war die Faktenlage eher mau.

Bis jetzt gab es keine eindeutigen Indizien für die Anschlagspläne

Die Anwälte der drei Verdächtigen im Alter von 14, 17 und 20 Jahren – ein Brüderpaar mit bosnischen und ein Gymnasiast mit tschetschenischen Wurzeln – wiesen alle Anschuldigungen des Staatsschutzes zurück – mit Erfolg.

Das Gericht enthaftete die Verdächtigen nach einigen Tagen wieder, wenn sie sich einem Deradikalisierungsprogramm unterziehen würden. Das Oberlandesgericht Wien konnte vor kurzem aus den Akten keinen konkreten Anschlagsplan erkennen. Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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Islamisten-Chet liefert den Behörden neue Informationen

Doch nun dürfte sich die Faktenlage geändert haben. Wie der Standard aus einer gemeinsamen Recherche mit dem TV-Sender Puls24 und der Austria Presse Agentur (APA) berichtet, liegen dem Staatsschutz Chatverläufe einer einschlägigen Telegram-Gruppe aus dem Handy eines amtsbekannten Dschihadisten aus Osteuropa vor.

Der Mann wurde in seinem Heimatland mittlerweile festgenommen. In der Gruppe waren neben dem Dschihadisten auch die drei Tatverdächtigen, sie sollen auch auf anderen Kanälen miteinander kommuniziert haben.

Einer der Brüder wollte mit dem Auto in die Demonstration fahren

Diese sollen – hoffen die Ermittler – nun die Terrorpläne um die Regenbogenparade bestätigen. Demnach soll einer der Brüder mit dem Dschihadisten über einen Anschlag in Wien, konkret bei einer „gay parade“, kommuniziert haben. Er soll angekündigt haben, die Teilnehmer mit einem Auto zu überfahren und mit Messern anzugreifen.

Einer der Brüder soll außerdem angekündigt zu haben, für seine angeblichen Anschlagspläne ein großes Messer und eine AK-47 aus Tschechien zu besorgen. Der Ältere soll ihn dabei zumindest „psychisch unterstützt“ haben. Der jüngste Tatverdächtige soll zumindest angekündigt haben, sich einer Terrormiliz im Ausland anschließen zu wollen. Inwieweit er in die Anschlagspläne verwickelt ist,  bleibt dem Standard zufolge unklar.

Am Tag nach der Parade machte der Staatsschutz die Gefahr öffentlich

Erstmals bekannt wurden die mutmaßlichen Anschlagspläne am Tag nach der Regenbogenparade, als die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) in einer eilig einberufenen Pressekonferenz darüber informierte, einen Anschlag vereitelt und mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt zu haben.

Aufmerksam gemacht wurde die DSN auf die drei Jugendlichen von einem ausländischen Partnerdienst. In den bisher bekannten Chats fanden die Ermittler zwar Terrorpropaganda, der Verbindung zur Parade fehlte aber. Gegen die jungen Männer wird im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Anschlagsplänen wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation ermittelt.

Der 14-Jährige wird außerdem der Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat verdächtigt. Auf seinem Handy sollen mehrere Pläne zum Bau einer Bombe gefunden worden sein.