Freitag, 1. März 2024
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Einsame Gegenproteste bei Drag-Lesung für Erwachsene in Linz

Auch, wenn sie überwiegend vor Erwachsenen stattfinden, erregen Lesungen von Drag Queens erzkonservative Kräfte - so wie nun in Linz, wo am Samstag ein Häufchen von Gegendemonstranten buchstäblich im Regen gestanden ist.

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Im Offenen Kulturhaus (OK) in der Linzer Innenstadt findet derzeit die Ausstellung „Queer – Vielfalt ist unsere Natur“ statt. Die vom Naturhistorischen Museum Bern übernommene und erweiterte Ausstellung spannt den Bogen zwischen biologischen Erkenntnissen und aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Sie beschäftigt sich mit queerer Geschichte und dem langen Weg zur Gleichberechtigung.

Etwa 50 Personen demonstrierten gegen die Lesung

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung war am Samstag eine Lesung der aus Oberösterreich stammende Drag Queen Cherry T Joystick vorgesehen. Und auch, wenn das Publikum vor allem aus Erwachsenen bestand, empörten sich einige Rechtskonservative über die Veranstaltung. So haben die Anti-Corona-Partei MFG und andere Reaktionäre zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

Doch der Erfolg dieser Veranstaltung war bescheiden: Etwa 50 Teilnehmer:innen standen im Regen leicht verloren mit ihren Schildern und Transparenten auf dem Vorplatz zum OK, von starker Polizeipräsenz abgeschirmt vor der deutlich größeren Zahl der Veranstaltungs-Unterstützer:innen.

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„Der Versuch, den Drag-Kulturkampf der Rechtsextremen zu importieren, ist gescheitert“

„Das zeigt mal wieder: Der Versuch, den Drag-Kulturkampf der Rechtsextremen aus den USA nach Österreich zu importieren, ist gescheitert. Es ist ja auch lächerlich, dass ein Land, das mit Conchita Wurst ganz Europa bezaubert hat, heute plötzlich ein Problem mit Drag-Kunst haben sollte“, so Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz.

Drinnen erlebten hingegen etwa 140 Besucher:innen einen unterhaltsamen Nachmittag. Nach drei Kindergeschichten las Cherry T Joystick Ausschnitte aus „Heldensommer“, „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ und der beiden historischen Bücher des Journalisten Jürgen Pettinger, „Franz. Schwul unterm Hakenkreuz“ und „Dorothea. Queere Heldin unterm Hakenkreuz“.

Müller bedankte sich im Anschluss beim OK, das die Lesung im Rahmen der Ausstellung „Queer“ ermöglicht hat – und freute sich, dass das Angebot so gut angenommen wurde. „Und den politischen Glücksritter*innen empfehlen wir, insbesondere sich mit dem Kontext der letzten beiden Bücher zu befassen“, fügt der Vereinssprecher der HOSI Linz hinzu.

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