Dienstag, 18. Juni 2024
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[Trailer] „Trans-Gangster-Musical“ Emilia Pérez räumt in Cannes ab

Wenn ein mexikanischer Kartellboss sein wahres Ich leben möchte, klingt das nach einem guten Thriller. Wenn das eine Geschlechtsanpassung zur Frau bedeutet, klingt das ungewöhnlich. Und wenn der Film als Telenovela-Musical inszeniert wurde, klingt das nach der großen Überraschung beim diesjährigen Festival in Cannes.

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Eine Überraschung gab es beim 77. Internationalen Filmfestival in Cannes: Statt die beste Schauspielerin zu ehren wurde das beste weibliche Ensemble ausgezeichnet. Der Preis ging an die Besetzung von „Emilia Pérez“, einem „Trans-Gangster-Musical“ mit einem Schuss mexikanischer Telenovela. 

Gascón gewinnt als erste trans Frau einen Preis in Cannes

Unter den Preisträgerinnen sind unter anderem die spanische trans Schauspielerin Karla Sofía Gascón und Popstar Selena Gomez. Die 52-jährige Gascón ist damit die erste trans Frau, die in Cannes ausgezeichnet wird.

Im elften Film des französischen Regisseurs Jacques Audiard geht es um den gefürchteten Kartellboss Manitas del Monte, gespielt von Gascón, der sich an die Anwältin Rita (Zoe Saldana) wendet. Er will aus dem Geschäft aussteigen und endlich sein wahres Ich leben – als die Frau, als die er sich schon seit seiner Kindheit fühlt. 

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Eine bunte Mischung aus Telenovela und Musical mit Tiefgang und Botschaft

Doch bevor Emilia Pérez geboren werden kann, muss Manitas del Monte sterben – was heißen würde, dass er seine Frau (Selena Gomez) und seine Tochter, die nicht in den Plan eingeweiht sind, nie wieder sehen kann. Aber wie es sich für eine gute Musical-Telenovela gehört, kann auch dieses Problem gelöst werden.

Stellvertretend für die gesamte weibliche Besetzung hat die in Madrid geborene Karla Sofía Gascón den Preis entgegengenommen. In einer tränenreichen Rede widmete sie den Preis allen trans Menschen, „die so viel leiden und daran glauben müssen, dass eine Veränderung möglich ist“.

Auch Jury-Vorsitzende Greta Gerwing ist begeistert

Der Film bekam auch den begehrten Preis der Jury. „Frauen zusammen – das ist etwas, das wir ehren wollten, als wir diesen Preis verliehen haben“, erklärte „Barbie“-Regisseurin Greta Gerwing, dieses Jahr Präsidentin der Jury, dem Hollywood Reporter: „Jede von ihnen ist herausragend, aber zusammen sind sie überragend.“

Ein Urteil, dass sich mit dem des Publikums teilt: Bei der Weltpremiere Anfang der letzten Woche im Festivalpalast bekam „Emilia Pérez“ zehn Minuten dauernde Standing Ovations.