HIV-Infizierte: Safer Sex ohne Kondom denkbar

HIV-Infizierte, die sich an drei strikte Bedingungen halten, sollen nach heutigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht mehr infektiös sein. Das hält die Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF) in einem Artikel fest, den sie in der Schweizerischen Ärztezeitung publiziert hat.

Damit Safer Sex mit einem HIV-Infizierten ohne Kondom denkbar ist, müssen drei Bedingungen vollständig erfüllt seien: Erstens muss der HIV-Infizierte eine antivirale Therapie durchführen und deren Einhaltung durch einen Arzt kontrolliert werden. Zweitens muss die Viruslast des Blutes seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegen, was konkret bedeutet, dass seit mindestens einem halben Jahr im Blut keine HI-Viren mehr nachgewiesen wurden. Und drittens dürfen keine Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bestehen. Dann ist eine Ansteckung mit dem HI-Virus durch den Infizierten nach Meinung der Schweizer Kommission „laut allen verfügbaren wissenschaftlichen Daten“ nicht möglich.

Allerdings ändert sich nichts an den Safer-Sex-Regeln für die Allgemeinbevölkerung. Denn diese neue Information sei nur für jene Personen gültig, die seit Monaten eine wirksame und kontrollierte Therapie erhielten – und deren Partner oder Partnerin das ganz sicher weiss.

Außerdem ist eine Ansteckung mit anderen Geschlechtskrankheiten bei Sex ohne Kondom sehr wohl möglich – und das kann unter Umständen den HIV-infizierten Partner schwächen. Aufs Kondom verzichten können nach diesen Richtlinien deshalb in erster Linie heterosexuelle Paare mit Kinderwunsch, bei dem ein Partner mit dem Virus infiziert ist.