Huhn macht schwul…

Wer gern beim zünftigen Zeltfest ein Grillhendl mit Pommes isst, sollte sich nicht wundern, wenn er schwul ist und eine Glatze hat. Zumindest, wenn es nach den Theorien des linksgerichteten bolivianischen Präsidenten Evo Morales geht, die er bei einem alternativen Klimagipfel im bolivianischen Cochabamba von sich gegeben hat.

Die Begründung des Staatsoberhauptes: Die Hühner werden mit weiblichen Hormonen behandelt, das würde Männer schwul machen. Bei Mädchen führen die Hormone übrigens dazu, dass sich Brüste früher entwickeln. Und genmanipulierte Erdäpfel führen zu Haarausfall, so der 50-Jährige.

Beim Gipfel selbst sorgten die Äußerungen für Schmunzeln, international aber für empörte Reaktionen und Kopfschütteln. Brasilien als größter Kartoffelexporteur der Welt protestierte gegen Morales‘ Theorien, und auch Lesben- und Schwulenverbände sind entrüstet. César Cigliutti von der Organisation Comunidad Homosexual Argentina (CHA) fragt: „Ist es dann auch so, dass wir Schwule wieder in Heterosexuelle zurückverwandeln können, wenn wir einem Huhn männliche Hormone injizieren?“

Es ist nicht das erste Mal, dass Bolivien homophob auffällt: Denn während in anderen südamerikanischen Ländern wie Argentinien und Mexiko die Öffnung der Ehe oder Eingetragene Partnerschaften diskutiert oder eingeführt werden, bleibt beides in Bolivien verboten. Antonio Poveda von der spanischen Homo-Gruppe FELGTB kritisierte, dass Schwule und Lesben in Bolivien „praktisch keine Rechte“ hätten. Homosexualität ist außerhalb der großen Städte ein Tabuthema. Nach Meinung von Podeva könnten die Aussagen des Präsidenten außerdem den Hass gegen Lesben und Schwule schüren.