Auch Aids-Leugner tagen in Wien

Von 18. bis 23. Juli findet in Wien „AIDS 2010“, der weltweit größte Kongress zum Thema HIV/Aids statt. Doch auch einige Aids-Leugner wollen die Aufmerksamkeit, die dem Thema in diesen Tagen zukommt, ausnutzen: Sie veranstalten einige Tage zuvor ihren eigenen Kongress.

Unter dem zunächst harmlos klingenden Thema „AIDS zwischen Wissen und Dogma“ gibt es im Museumsquartier Vorträge zu Themen wie „Die Epidemie findet nicht statt – auch nicht in Afrika“, „AIDS und Homöopathie in Afrika“, „Der AIDS-Mythos aufgedeckt“ oder „Die AIDS-Falschmeldung und schwule Männer“.

Besonders pietätlos: Zeitgleich findet in der Kunsthalle, nur wenige Meter neben dem Tagungsort, eine Ausstellung mit den Bildern von Keith Haring statt – Haring einer der ersten offen schwulen Künstler, der nach langem Leiden an der Immunschwächekrankheit starb.

Innerhalb der Internet-Community schlägt die Gegentagung hohe Wellen: Aktivisten wollen beim Museumsquartier, das im Eigentum der öffentlichen Hand ist, dagegen protestieren, dass den Aids-Leugnern die Hofstallungen zur Verfügung gestellt wurden.