Bürgermeister von Reykjavik eröffnet Gay-Festival im Fummel

Standesgemäß erschien der Bürgermeister der isländischen Hauptstadt Reykjavik zur Eröffnung des Lesben- und Schwulenfestivals – mit Make-up, sinnlich roten Lippen, einer blonden Perücke und Blümchenkleid.

„Der Bürgermeister kann leider nicht persönlich kommen“, sagte das weibliche Alter Ego von Jon Gnarr mit einem Augenzwinkern auf der Bühne, als sie das Festival eröffnet hatte: „Er ist beschäftigt, auch wenn er versprochen hatte, hier zu sein. Was mag er denn nur machen? Vielleicht besucht er das Tal der Mummins…“, erinnerte die „Bürgermeisterin“ an die finnische Kinderserie.

Gewundert haben dürfte Auftritt des Bürgermeisters im Fummel niemanden: Bevor er im Juni Bürgermeister von Reykjavik wurde, machte der 43-jährige Vater von fünf Kindern als Komiker Karriere. Dem entsprechend verlief auch seine politische Karriere: Er war für die „Beste Partei“ angetreten, die sich unter anderem für Gratis-Handtücher in den städtischen Schwimmbädern und einen Eisbären im städtischen Zoo eingesetzt hat.

Jenen Isländern, die sich über den Auftritt Gnarrs im Blümchenkleid aufregten, schrieb er ins Stammbuch: „Das passiert eben, wenn wir einen Clown wählen.“

Island gilt als eines der fortschrittlichsten Länder Europas, wenn es um Lesben- und Schwulenrechte geht: So hat das Land vor kurzem die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, und letztes Jahr wurde die offen lesbische Johanna Sigurdardottir Premierministerin – und damit das erste offen homosexuelle Regierungsoberhaupt.