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Erste Hass-Mails für schwulen Fußballer

Trotz aller Glückwünsche, die der 20-jährige Anton Hysén nach seinem Outing als erster aktiver Profi-Fußballer bekommen hat, muss er sich jetzt auch mit den dunklen Seiten seiner Offenheit herumschlagen.

In einem Interview mit der BBC erzählt Hysén: „Ich habe gerade eine Mail von jemandem bekommen, der in der Nähe lebt. Er schreibt: ‚Ich werde nie wieder zu euren Spielen kommen, weil ihr eine Schwuchtel in eurem Team habt.‘ Es war eine Hass-Mail. Begonnen hat er mit: ‚Hallo, du hässliche Tunte, ich schau‘ mir deine Spiele nicht mehr an, weil du mein Leben ruiniert hast. Ich werde mir nie wieder Fußball ansehen.‘ Ich denke mir, OK, was soll ich jetzt tun? Soll ich mich dir zuliebe in eine Ecke stellen und heulen? Ich versteh’s einfach nicht…“ Angst hat allerdings Hyséns Mutter Helena: „Es gab einen Eishockeyspieler, der erstochen wurde, weil er schwul war“. Sie meint Peter Karlsson, der 1995 von einem schwedischen Neonazi ermordet wurde.

Sonst hat sich das Leben für Hysén nicht sehr verändert: Seit er verletzungsbedingt von der ersten in die vierte schwedische Liga wechseln musste, hat er noch einen Nebenjob in der Baubranche. Sein Ziel ist nach wie vor die erste englische Liga. Schwulen Klischees entspricht er nicht: „Ich hasse den Eurovision Song Contest.“

An sein Outing hat er sich in einem Interview mit der „Daily Mail“ erinnert: „Das erste Mal habe ich mit 18 geglaubt, dass ich schwul bin. Tief drinnen wusste ich es wahrscheinlich schon früher, aber da habe ich begonnen, ernsthaft darüber nachzudenken. Zuerst habe ich es meiner Cousine erzählt, die lesbisch ist. Dann habe ist es meiner Mutter und meinem Vater erzählt, und dann meinem Onkel, weil der auch schwul ist. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich es meinen Eltern erzählt habe, und da dachte ich mir: ‚Es ist mir egal. Wenn sie mich rausschmeissen, schmeissen sie mich eben raus.“

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