„Homophobie in Wien weit verbreitet“

Auch, wenn der Wiener Tourismusverband versucht, die Donaumetropole als Ziel für Lesben und Schwule zu etablieren: Homophobie ist in Wien nach wie vor Alltag, sagt Johannes Wahala, Leiter der Sexualberatungsstelle „Courage“, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „homophobe Gewalt“.

„Wien ist eine traditionell patriarchalisch geprägte Stadt, Homophobie – also die Angst vor Homosexuellen – tritt hier häufiger auf als in vergleichbaren Städten“, erklärt Wahala,. Schwule Männer würden das gängige Männerbild der Gesellschaft radikal infrage stellen. „Das verunsichert heterosexuelle Männer in ihrem Selbstverständnis“, so der Therapeut weiter.

Schützenhilfe bekam er dabei von Wolfgang Wilhelm von der Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Er präsentierte auf dem Podium eine Studie, die Homophobie an Schulen von Bologna, Warschau, Madrid und Wien verglich. Das Ergebnis: Homophobe Beschimpfungen sind in Wien besonders häufig, Lehrer greifen oft nicht ein, meistens aus Unsicherheit.

Entsprechende Konzepte, wie gegen Homophobie im Alltag und an Schulen vorgegangen werden soll, sind allerdings in Wien Mangelware.