[Video] Wird Homosexualität in Jamaika legal?

Bis jetzt kamen meist schlechte Nachrichten aus Jamaika, wenn es um Homosexualität geht. Das könnte sich nun ändern: Die neue Premierministerin Portia Simpson-Miller möchte die Gesetze, die Homosexualität unter Strafe stellen, genau begutachten. Die People’s National Party (PNP) von Simpson-Miller hat Ende Dezember die Parlamentswahlen gewonnen.

Ihre Haltung zu Lesben und Schwulen hat die Bevölkerung dabei schon gewusst: In einem Fernsehduell hat sie gesagt, sie hätte – im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Bruce Golding von der Labor Party – kein Problem damit, im Kabinett auch mir Lesben und Schwulen zusammenzuarbeiten, weil sie ihre Kandidaten nach „ihrer Fähigkeit zu managen und zu führen“ aussuche, nicht nach ihrer sexuellen Orientierung. Außerdem sagte sie, die Regierung solle sich die Gesetze, die Homosexualität in Jamaika unter Strafe stellen „einmal anschauen“ und dann unabhängig entscheiden. Derzeit stehen in Jamaika zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit auf gleichgeschlechtliche Aktivitäten.

Ihr Gegenkandidat Andrew Holness versuchte zu kontern, in dem er sagte, dass seine Vorbehalte zu dem Thema die Vorbehalte in der Bevölkerung widerspiegeln würden. Für seine homophonen Ausritte ist der ehemalige Bildungsminister des Landes bekannt: So erklärte er unter anderem, dass Homosexualität den Jamaikanern vom Ausland aufgezwungen werde und verbot an den Schulen des Landes sämtlich Bücher, in denen Schwule oder Lesben positiv dargestellt werden. Ein anderer Politiker der Labor Party fragte Simpson-Miller öffentlich, ob sie für diese Aussage „von der internationalen Lesben- und Schwulencommunity“ bezahlt worden wäre.

Dass sich Simpson-Miller so stark für die Rechte von Lesben und Schwulen aussprach, war ein Risiko. Ein Großteil der Bevölkerung ist stark homophob. Doch trotzdem gaben die Wähler Simpson-Miller das Vertrauen. Sie war bereits 2006 und 2007 Premierministerin von Jamaika.

Die PNP hat bei den Wahlen 41 der 63 Sitze im Parlament von Kingston Town gewonnen. Zuvor hatten sie nur 28 Abgeordnete. Doch Homosexualität ist für die Politiker in Jamaika nur ein Randthema: Das Land ist ähnlich stark verschuldet wie Griechenland und leidet unter hoher Arbeitslosigkeit.