Ole von Beust bedauert spätes Outing

Der ehemalige Erste Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, bereut sein spätes öffentliches Coming Out.

In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ sagte der 56-Jährige, es tue ihm leid, sich nicht vor seiner ersten Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2001 zu seiner Homosexualität bekannt zu haben. „Ich habe damals den Mut nicht gehabt, denn ich hatte immer die Sorge, dass ich dann nur noch der schwule Politiker bin und nicht mehr der Politiker, der Idee A, B oder C verfolgt“, so von Beust. Im Nachhinein finde er auch, dass es mutiger und ehrlicher gewesen wäre, hätte er sich bereits vor der Wahl geoutet.

Dem entsprechend streut der CDU-Politiker auch seinem Berliner Kollegen Rosen: „Ich fand es extrem mutig, dass Wowereit das gemacht hat“, sagte er über das Coming Out von Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, im SPD-Wahlkampf 2001.

In dem Interview bestreitet von Beust, sich aus Angst vor dem Wähler in der Öffentlichkeit nicht geoutet zu haben: „Ich habe ja mein schwules Leben nie geheim gelebt“, sagte von Beust. Wäre er in einem Interview dazu befragt worden, hätte er ehrlich geantwortet. Außerdem habe die CDU auch nach seinem Coming-Out „hervorragende Wahlergebnisse“ gehabt.

Beust war 2010 überraschend zurückgetreten. Wenige Wochen nach seinem Rücktritt trat Beust erstmals mit seinem 19 Jahre alten Lebensgefährten in der Öffentlichkeit auf. Sie seien immer noch ein Paar, sagte Beust der „Bild am Sonntag“.