FP-nahe Website hetzt gegen schwule Asylwerber

Die Webseite „unzensuriert.at“, ein Sammelbecken der rechten FPÖ-Elite, und seine Leser hetzen gegen schwule Asylwerber. Anlass ist der Fall eines nigerianischen Asylwerbers, der wegen seiner sexuellen Orientierung in Italien bleiben kann. In Teilen Nigerias gilt islamisches Recht, er muss um sein Leben fürchten, weil er schwul ist.

Nun fürchtet „unzensuriert.at“, nach Eigendefinition „auf Initiative von Dr. Martin Graf ins Leben gerufen“, einen „wahren Zustrom an Immigranten“. Denn „nun ist also die sexuelle Orientierung – nachprüfbar oder nicht – ein offizieller Grund, um aus jeglichem islamischen Land kommend in Italien Asyl zu erhalten“, wie es im Artikel heißt.

„Nicht triebgesicherte Scheinschwule“ und „Neger-Nicht-Mann“

Und die Leserkommentare werden noch deutlicher: User „cfe“ fordert phallometrische Tests, wie sie in Tschechien in der Vergangenheit vereinzelt eingesetzt wurden – und hetzt dabei auch allgemein gegen Schwule: „Nachdem diese Typen bekanntlich nicht triebgesichert sind, ist ein allfälliges Schwulsein leicht feststellbar. Das machten die Tschechen indem sie Scheinasyl… äh Scheinschwulen Pornofilme vorspielten“, schreibt der User. Denn: „Nachdem es selbst für einen normalen Mann kaum machbar ist Erregtheit beim Anblick brühwarmen Männercharmes zu simulieren, kann man sich leicht vorstellen wie es erst in so einem ‚edlen Wilden‘ zugehen muss, wenn er bei geilen Damen cool bleiben soll um sich danach von arschpackelden Herren erregen zu lassen.“, ist sich „cfe“ sicher. Und User „PapaJoe“ ist „gespannt, wieviele ‚Warme‘ sich jetzt für den ‚Asylwerber‘ stark machen“.

User „Inbrevi“ regt sich darüber auf, dass auch „in der merkwürdigen BRD“ Homosexualität als Asylgrund geltend gemacht werden kann: „Aber was will ein Neger-Mann bei seinen Neger-Frauen, wenn er außer jagen und Buschlaufen nichts mehr kann? Also läßt sich der Neger als ‚Nicht-Mann‘ in der BRD bezahlen und beglückt evtl. andere ‚Nicht-Männer‘ in der BRD. Die dekadenten West-/Zentral-Europäer sind – in doppeltem Sinn – wohl nicht mehr zu retten. Allerdings: um solche Menschen ist es nicht schade!“, schreibt er.

Innerhalb der EU hat sich in den letzten Jahren die Praxis, bei Lesben und Schwulen aus bestimmten Ländern ihre sexuelle Orientierung als Asylgrund zugelassen, immer stärker etabliert. So hat auch der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) im April dieses Jahres der Beschwerde eines schwulen Nigerianers recht gegeben, dessen Antrag zuvor abgewiesen wurde.

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