Vitali Klitschko kritisiert Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ in der Ukraine

Klar gegen ein Gesetz, das „Schwulen-Propaganda“ in der Ukraine verbieten soll, stellt sich Boxweltmeister Vitali Klitschko. Der 41-Jährige kandidiert mit der „Ukrainischen Demokratischen Allianz für Reformen“ (UDAR) erstmals bei Parlamentswahlen. Diese finden am Sonntag statt.

„Verbote sind Unsinn“

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur meint Klitschko, der sich als „eher konservativ“ bezeichnet, jeder solle seine Ansichten vertreten können, falls sie nicht den allgemeinen Grundwerten widersprächen.

„Daher sind wir für Toleranz zum Beispiel gegenüber Homosexuellen. Wir würden gegen ein solches Verbot stimmen. Wir stehen für die europäischen Prinzipien, und das heißt: Jeder Mensch ist frei in seinen Entscheidungen. Verbote sind Unsinn“, so Klitschko.

Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ in erster Lesung angenommen

Anfang Oktober hat das ukrainische Parlament in erster Lesung für ein Gesetz gestimmt, dass „Homo-Propaganda“ unter Strafe stellen soll. Die Verbreitung von Homosexualität würde auch die Ausbreitung von Aids fördern, heißt es in den Erläuterungen zu dem Gesetzesentwurf.

Für die Verbreitung von Materialien, die Gewalt verherrlichen, Homosexualität „bewerben“ oder zu nationalem oder religiösem Hass aufrufen, sollen in der Ukraine zukünftig bis zu 5 Jahren Haft drohen.

Fast ein Viertel der Stimmen für Klitschko-Partei

Klitschkos Partei UDAR strebt eine Annäherung an die EU an, bis hin zu einer Mitgliedschaft. Innenpolitisch möchte die Partei mit Bürokratieabbau, Korruptionsbekämpfung und einem einfacheren Steuersystem punkten. In Umfragen werden der Partei bis zu 23 Prozent der Stimmen vorhergesagt.

In dem Interview kritisiert er unter anderem, im Wahlkampf behindert zu werden. Insgesamt steckt Klitschkos Partei eigenen Angaben zufolge zehn Millionen Euro in den Wahlkampf, die Hälfte davon aus dem Privatvermögen des Boxers.