Linzer FP träumt von der ‚guadn oidn Zeit‘, in der Schwule in Ketten gelegt wurden

Vor einigen Tagen war die FPÖ Linz in die Kritik geraten, weil sie ein schwulenfeindliches rechtsextremes Facebook-Postings eines Parteifunktionärs nicht rechtzeitig löschte. Kurz danach hat die Partei nachgetreten – mit einem Zitat jenes Paragraphen aus dem Reichsgesetzblatt, der Homosexualität ab 1852 unter Strafe stellte. Mittlerweile wurde auch dieses Posting entfernt.

„Von der guadn, oidn Zeit“ träumt der Verfasser der Statusmeldung, als er das österreichische Reichsgesetzblatt 117 vom 27. Mai 1852 zitiert: „Unzucht wider die Natur, das ist (a) mit Thieren; (b) mit Personen desselben Geschlechts“ ist diesem Gesetzestext zufolge nach § 129 verboten und wird im nächsten Paragraphen mit „schwerem Kerker von einem bis zu fünf Jahren“ bestraft.

Diese Form der Nostalgie war offenbar sogar der FPÖ Linz-Stadt zu heiß: Das Posting verschwand nach kurzer Zeit wieder. Empörte User haben allerdings schon Screenshots von der umstrittenen Statusmeldung angefertigt, wie das Blog „Linzausschnitte“ berichtet.

Grüne Andersrum und SoHo sind empört

„Unfassbar“ finden die oberösterreichischen Grünen das Posting auf Facebook. „Warum hat die FPÖ so viel Angst vor uns Schwulen, dass sie uns in den Kerker wünschen?“, fragt Alex Handlbaur, der Landessprecher der Grünen Andersrum OÖ.

„Die FPÖ zeigt dabei einmal mehr ihr wahre Haltung gegenüber gleichgeschlechtlich Liebenden und träumt anscheinend von der Ankettung Homosexueller im schweren Kerker“, ärgert sich auch Michael Leiblfinger, oberösterreichischer Landesvorsitzender der sozialdemokratischen Homosexuellen-Initiative SoHo. Dabei bezieht er sich auf § 16 dieses Strafgesetzbuches von 1852, wonach Verurteilte im schweren Kerker „mit Eisen an den Füßen angehalten“ werden sollten. Er fordert eine „klare Entschuldigung und öffentliche Stellungnahme der FPÖ“.

FPÖ Linz will „solche Sachen“ offiziell „nicht dulden“

Dem Blog „Linzausschnitte“ gegenüber rudert Christian Deutinger, der Büroleiter der Linzer FPÖ, zurück. Er betont, „dass solche Sachen nicht geduldet werden“. Wer für das Posting zuständig ist, wollte oder konnte Deutinger nicht verraten.

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