Mittwoch, 17. April 2024
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Chef der ÖVP Wien für Eingetragene Partnerschaft am Standesamt

Manfred Juraczka stemmt sich gegen Parteilinie

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Der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka möchte, dass Eingetragene Partnerschaften auch am Standesamt geschlossen werden. Das hat er in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ bekräftigt. Bei der Frage nach dem Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare ist Juraczka abwartend.

„Es ist wichtig, die Probleme Homosexueller ernst zu nehmen“, sagt Juraczka

„Es ist wichtig, dass wir die Probleme homosexueller Menschen ernst nehmen. Sie sind nicht homosexuell, weil sie die ÖVP oder die Kirche ärgern wollen“, kritisiert der Wiener VP-Chef auch die eigene Partei – um dann der offiziellen Position zu widersprechen: „Partnerschaften soll man auf dem Standesamt eingehen können.“ Bei den Verhandlungen um die Eingetragene Partnerschaft war das Fernbleiben schwuler und lesbischer Paare eine Grundbedingung der ÖVP.

„Es ist ja so, dass am Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gerne geheiratet wird – das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren. Ob das so gut ist, sei dahingestellt“, so der heutige ÖVP-Obmann Michael Spindelegger damals. Auch hat der Grazer VP-Bürgermeister Siegfried Nagl verhindert, dass gleichgeschlechtliche Paare – obwohl die Stadt Graz für Eingetragene Partnerschaften zuständig ist – den Trauungssaal im Rathaus benutzen dürfen.

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Abwartend bei der Frage nach der Öffnung der Adoption

Bei der Frage nach einer Öffnung des Adoptionsrechts ist Juraczka hingegen abwartender: „Es gibt viele heterosexuelle Paare, die adoptieren wollen. Ich glaube, dass es für die Entwicklung sinnvoll ist, wenn man Vater und Mutter hat“, so der Wiener VP-Chef zur „Presse“.

Kritik an der vorsichtigen Öffnung Juraczkas kommt erwartungsgemäß von der FPÖ. „Die Bevorzugung sowie die Sonderstellung der Ehegegenüber Homopartnerschaften muss erhalten bleiben“ Do der Wiener FP-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein Die Besonderheit der Ehe begründe sich nicht nur mit unserer abendländisch-christlichen Werteordnung, sondern auch in dem Umstand, dass nur Mann und Fraugemeinsam Kindern das Leben schenken können, so der FPÖ-Bundesrat weiter.

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