Lesben- und Schwulenparade in Montenegro endet in Gewalt

Am Mittwoch kam es in Montenegro zu heftigen Ausschreitungen gegen eine Lesben- und Schwulendemonstration. Rund zwei Dutzend Lesben und Schwule spazierten auf der Promenade der montenegrinischen Urlauber-Hochburg Budva. Nach der Demo besprengte ein Priester den Versammlungsplatz mit Weihwasser, um das Böse zu vertreiben.

Mit dem Spaziergang wollten die Betroffenen auf ihre Lage aufmerksam machen. Eine wütende Menge bewarf die Teilnehmer der Lesben- und Schwulendemonstration mit Steinen, Gläsern, Flaschen und Eiern.

Ein Großaufgebot der Polizei konnte Schlimmeres verhindern. Die Aktivisten konnten sich auf einem Ausflugsboot in Sicherheit bringen. Danach besprengte ein Geistlicher den angeblich entehrten Versammlungsplatz mit Weihwasser. „Auf das Schärfste verurteilen wir die heutige Parade der Schande und der Krankheit“, sagte er dabei nach übereinstimmenden Berichten mehrerer lokaler Medien. Und fügte hinzu: „Wir bitten Gott, aus Montenegro alle teuflischen Angriffe zu vertreiben.“

Mit der Genehmigung der Parade wollte die Regierung von Montenegro eigentlich die demokratische Reife des kleinen Balkanstaats unter Beweis stellen.