14-Jähriger stürzt sich wegen Mobbing in den Tod

Italien erschüttert der tragische Selbstmord eines 14-jährigen Burschen. Weil er schwul war und deshalb gemobbt wurde, hat er sich in Rom vom Balkon seiner Eltern zwanzig Meter in die Tiefe gestürzt. Er war sofort tot.

Vor dem tödlichen Sturz hat er sich mit Schnitten an den Armen und in der Leistengegend verletzt. Polizisten haben zwei Abschiedsbriefe gefunden. Dabei entschuldigt er sich bei seinen Eltern: „Ich bin ein Homosexueller. Niemand versteht, was ich durchmache und ich weiß nicht, wie ich das meiner Familie beibringen kann“, schreibt er.

Drohanrufe, SMS: Polizei will Täter zur Rechenschaft ziehen

Nach Informationen der Polizei wurde der 14-Jährige wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt. Unter anderem hat er Drohanrufe und entsprechende SMS bekommen. Nun prüfen die Behörden, ob diese Täter angezeigt werden können.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein junger Schwuler in Rom das Leben nimmt: Letztes Jahr hat ein 15-Jähriger Selbstmord begangen, nachdem er wegen seiner sexuellen Orientierung von Mitschülern und sogar Lehrern gemobbt wurde.

Aktivisten fordern besseren Schutz

Nun fordern Lesben- und Schwulenaktivisten erneut einen besseren rechtlichen Schutz von Homosexuellen. „Es sind solche Kinder, an die ihr beim Thema Homophobie denken müsst“, ermahnt Flavio Romani, Vorsitzender der größten schwul-lesbischen Gruppe Arcigay, die Regierung. Die Politik müsse sich vom Einfluss der römisch-katholischen Kirche lösen, so Romani weiter.