‚Schwuler DFB‘: So ruinieren Österreichs Fußballfans unser Image

Ein unangenehmes Thema bringt FM4-Host Martin Blumenau in seinem aktuellen Blogeintrag zur Sprache: Homophobe Sprechchöre österreichischer Fußballfans beim Länderspiel gegen Deutschland in München – und wie heimische Medien diese Pöbeleien ignoriert haben.

Österreichische Fans pöbeln, DFB hört weg

So sollen österreichische Fans im Stadion deutlich hörbar „schwuler, schwuler DFB“ gerufen haben. In deutschen Medien wurde das auch thematisiert. Die Berliner „taz“ kritisiert, dass der DFB als Veranstalter nicht über den Stadionsprecher versucht habe, diese Schmährufe zu unterbinden. Deren Sprecher Ralf Köttker relativiert: „Sie werden leider nie ganz ausschließen können, dass in einer anonymen Masse ein paar Krakeeler mit ebenso dummen wie ahnungslosen Äußerungen aus der Reihe fallen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Und auch der „Tagesspiegel“ kritisiert, dass es auf die schwulenfeindlichen Sprechchöre keine Reaktionen gab. „Zivilcourage steht bei den DFB-Opas oft und gern auf unschuldigem Papier. In echt reagierten die Ohren der Adressaten der „Schwuler, schwuler DFB“-Schnulze nicht“, ärgert sich dort Kolumnist Frank Willmann.

Halbherzige Distanzierung, keine Konsequenzen

In Österreich waren die homophoben Ausfälle der Fans kein Thema. Kein einziges Medium berichtete darüber. Auf Nachfrage der „taz“ distanzierte sich der ÖFB halbherzig – und verwies auf sein gutes Verhältnis zum DFB. Das dürfte den österreichischen Fußballbund auch vor Konsequenzen bewahren. Denn eigentlich sieht die FIFA bei diskriminierenden Fangesängen strenge Sanktionen vor. Der ÖFB-Sprecherin ist von FIFA-Ermittlungen allerdings nichts bekannt. Und so können die Fans auch beim nächsten Länderspiel der Welt wieder zeigen, wie schwulenfeindlich der österreichische Fußball ist.

Links zum Thema