wienXtra stoppt Karten-Vorverkauf für Hass-Sänger Beenie Man

Die stadtnahe wienXtra Jugendinfo hat den Karten-Vorverkauf für das Konzert des homophoben Hass-Sängers Beenie Man am 25. November seit Freitag eingestellt. Grund dafür waren auch Recherchen von GGG.at.

Zunächst schien es, als ob der Veranstalter vorbildlich auf die Jugendinfo zugegangen sei: „Der Veranstalter hat uns versichert, dass er mit Beenie Man vertraglich geregelt hat, dass keine homophoben Inhalte in Wien zur Aufführung kommen“, so Simone Mathys-Parnreiter, Leiterin der wienXtra Soundbase. Weiters hätten eigene Recherchen ergeben, dass die betreffenden Lieder schon seit Jahren nicht mehr aufgeführt worden wären. Außerdem habe Beenie Man den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) unterschrieben, in dem er sich verpflichtet, seine Aufrufe zum Mord an Schwulen nicht mehr zu verbreiten.

Doch Recherchen von GGG.at ergaben ein anderes Bild: So hat Beenie Man noch im Jahr 2009 jede Lieder, in denen er zur Tötung von Homosexuellen aufruft, gesungen – ausgerechnet in Uganda, wo das Parlament über die Einführung der Todesstrafe für einige homosexuelle Handlungen diskutiert. Und 2012 gibt Beenie Man in einem Interview mit dem US-Schwulenmagazin „The Advocate“ leicht schwammig formuliert zu, den RCA nur deshalb unterschrieben zu haben, damit seine Konzerte in Europa nicht reihenweise abgesagt würden. Außerdem erklärte er, in Jamaika seien Schwule immer ältere Männer, die junge Burschen „umdrehen“ wollten.

Diese Rechercheergebnisse waren für die wienXtra Soundbase eine gute Basis, um sich selbst tiefergehend zu informieren. Mit einem klaren Ergebnis: „Was im Advocate-Interview noch ambivalent anklingt, spricht Beenie Man in einem Interview vom Mai 2012 im jamaikanischen Fernsehen klar aus: Sein Video-Statement sei keine Entschuldigung, es sei ein Entgegenkommen an europäische Werte, die es ihm ermögliche, weiterhin international als Musiker arbeiten zu können und er halte musikalische Positionen gegen Homosexuelle für okay“, ist Mathys-Parnreiter entsetzt.

Unter anderem sagt Beenie Man in dem Fernsehinterview, dass der RCA „keine Entschuldigung“ sei: „Ich habe jetzt einen neuen Song mit Nike (Minaj) und überall im Internet steht: ‚Nicky Minaj, dieser Mann bedroht uns und wir sind deine Fans‘. Also musst du was tun, um das zu stoppen“, erklärt er ganz offen.

Das Konzert von Beenie Man in Wien soll unterdessen wie geplant stattfinden.