Michael Adam gibt Sex im Rathaus zu

Schwuler Landrat versucht Befreiungsschlag

Michael Adam
Michael Adam/SPD

Der offen schwule Landrat von Regen in Bayern, Michael Adam, hatte öfter als bisher bekannt Sex in den Amtsräumlichkeiten. Das gab der 28-Jährige nun in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk zu.

Mit drei Männern Sex als Bürgermeister, mit drei Männern als Landrat

Als Landrat hätte der SPD-Hoffnungsträger mit drei Männern Sex gehabt, sagte Adam. Zuvor hatte er als Bürgermeister von Bodenmais ebenfalls mit drei Männern Sex im Rathaus. „Sex im Amtszimmer ist eine klare moralische Verfehlung. Rechtlich ist daran aber nichts zu beanstanden“, so der Politiker.

Michael Adam entschuldigte sich bei seinem Lebenspartner und seiner Familie. Diese leide unter der Situation: „Mein Partner ist seit 14 Tagen krank“, so der Landrat. Auch bei ihm selbst habe die Affäre Spuren hinterlassen. „Ich leide wie ein Hund“, gibt Adam zu. Sein Umfeld habe ihm zwar geraten, nicht alle sexuellen Kontakte von sich aus zuzugeben, mit dem Outing wolle er sich aber gegen Gerüchte wehren. Geschichten über Bordellbesuche und Sexpartys seien frei erfunden, erklärt Adam.

Michael Adam sieht keinen Grund, vorzeitig zurückzutreten

Zurücktreten will Michael Adam aber nicht. In seiner Funktion als Landrat habe er sich nichts zu Schulden kommen lassen, betont er. Seine Amtszeit geht noch bis 2017. Dass er nun das Image eines „Sex-Landrates“ hat, „werde ich aber aushalten“. Sein Vorgesetzter, der Regierungspräsident von Niederbayern, Heinz Grünwald, habe Adam in einem persönlichen Gespräch seine Missbilligung ausgesprochen. Das sei aber keine Abmahnung, betonte Landratsamtssprecher Heiko Langer.

Er stehe zu seinen Verfehlungen, sehe in der Affäre aber eine „Medienkampagne“, die „in den Bereich des Mobbings“ gehe: Durch seine klaren Worte habe er sich viele Feinde gemacht. So hat Michael Adam unter anderem die Disco-Türsteher in seinem Wahlkreis verbal scharf angegriffen und den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold kritisiert. Nun möchte er sich zurückhalten: „Ich werde auch keine Äußerungen mehr tätigen, die nicht das Landratsamt betreffen“, so Adam.

Dass Michael Adam schwul ist, hat die Affäre seiner Meinung nach zusätzlich angeheizt. „Ich stelle schon fest, dass auch das Thema der Homosexualität in Zeiten wie diesen von manchen anders gesehen wird, als wenn ich eine Frau zu hätte“, so Adam gegenüber dem BR. „Wärst du hetero, würden viele Menschen sagen: ‚Aber ein Hundskerl ist er schon!‘“, hätten ihm sowohl Parteifreunde als auch politische Gegner unter der Hand gesagt.