Rede an die Nation: Putin hetzt gegen Lesben und Schwule

Bei einer Rede anlässlich des 20. Jahrestages der russischen Verfassung hat Präsident Wladimir Putin gegen Lesben und Schwule gewettert. Russland würde traditionelle Werte verteidigen und „unproduktive Toleranz“ ablehnen, so der Präsident.

In vielen Ländern würde von Menschen verlangt „Gut und Böse“ als gleichberechtigt anzuerkennen, so Putin bei seiner Rede an die Nation. Das führe zu „negativen Folgen“ für die Gesellschaft, so der Kreml-Chef weiter. Russland hingegen stehe für die „Verteidigung der traditionellen Werte, die seit Jahrtausenden die moralische und spirituelle Grundlage der Zivilisation“ bildeten und lehne die „unproduktive Toleranz ab, die nicht zwischen den Geschlechtern unterscheidet.“

Dabei sieht sich Putin auch international im Recht. „Verteidigung der traditionellen Werte, die seit Jahrtausenden die moralische und spirituelle Grundlage der Zivilisation“, so der Kreml-Chef selbstbewusst. Als Beispiel führte er Indien an, wo das Höchstgericht die Legalisierung der Homosexualität wieder aufgehoben hat. Dass die Richter auch das indische Parlament zum Handeln aufgefordert haben, verschweigt Putin.

Durch die konservative Position Russlands im Umgang mit Lesben und Schwulen könne „Chaos verhindert werden“, ist sich Putin sicher. „In vielen Ländern werden heute die Normen von Moral und Sittlichkeit umgekrempelt, nationale Traditionen und die Unterschiede zwischen den Nationen und Kulturen verwaschen“, beklagt der russische Präsident.

Putin hat dieses Jahr ein Gesetz verabschiedet, dass es verbietet, positiv über Homosexualität zu sprechen, wenn Minderjährige anwesend sein könnten. International sorgte dieses Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ für Aufregung.

Für russische Neonazis war die Ächtung von Lesben und Schwulen durch den Staat der Startschuss, sie zu demütigen, öffentlich zu outen und zu verprügeln. Geahndet werden solche Misshandlungen kaum.