‚Tom of Finland‘-Briefmarke kommt auch in Russland an

Es gibt viele Wege, sein Missfallen gegenüber den russischen Gesetzen gegen „Homo-Propaganda“ auszudrücken. Einer davon: Briefe nach Russland mit der „Tom of Finland“-Briefmarke der finnischen Post frankieren. Überraschenderweise kommen sie ohne Probleme an.

Der finnische Rundfunk YLE hat die Probe aufs Exempel gemacht: „Wir wollten testen, wie die russische Post und der Zoll auf diese Briefmarken reagieren würden“, erklärt ein Reporter des Senders. Immerhin hat Russland „Homo-Propaganda“ verboten, wenn Minderjährige darauf Zugriff hätten – und das wäre bei einem Poststück ja möglich.

Die Journalisten haben deshalb ihrer Moskau-Korrespondentin Maria Manninen ein Päckchen geschickt, das mit den eindeutig homoerotischen Marke frankiert war. Sie zeigten einen sexy Polizisten, der eine Zigarette rauchte, und einen Mann mit nacktem Oberkörper, der sich gegen den Schritt eines Mannes lehnt, der über seinen hautengen Jeans lange Lederstiefel trägt.

Das Resultat: Sie konnte das Poststück ohne Probleme im entsprechenden Postamt abholen. „Ich hab mir das Paket gerade von der Post abgeholt. Es ist sogar schon gestern hier eingetroffen, was extrem schnell ist“, berichtet Manninen. „Die Briefmarken haben nicht das leisteste Interesse geweckt, nicht einmal, als ich die Postbeamten gefragt habe. Die sind zufrieden, solange das ganze Porto bezahlt wurde.“

Über den Verbleib eines zweiten Päckchens, das von YLE nach St. Petersburg geschickt wurde, gibt es noch keine Informationen.

Tom of Finland, bürgerlich Touko Laaksonen, ist wohl der weltweit bekannteste Illustrator schwuler Fetisch-Fantasien. Er wurde 1920 geboren und starb im Jahr 1991. Ihm zu Ehren brachte die finnische Post eine Briefmarkenserie heraus, die sich innerhalb kürzester Zeit in 178 Länder der Erde verkaufte. Sie ist damit die sich am besten verkaufende finnische Sondermarke aller Zeiten.