Russischer Politiker gegen ‚Tom of Finland‘-Briefmarken

Mit einiger Verspätung haben jetzt auch russische Abgeordnete bemerkt, dass „Homo-Propaganda“ auch in kleinen gummierten Papierstücken ins Land kommen kann: Der St. Petersburger Abgeordnete Vitali Milonow, Mitautor des Gesetzes gegen „Homo-Propaganda“ in seiner Stadt, fordert ein Verbot der finnischen „Tom of Finland“-Briefmarken.

So ist Milonow erzürnt, dass die russische Post auch Briefe und Pakete befördert, die mit der „Tom of Finland“-Marke frankiert sind. Einen entsprechenden Versuch hat das finnische Fernsehen YLE bereits im September unternommen: Die Poststücke kamen ohne Probleme bei ihrer Moskau-Korrespondentin an, kein Mensch hinter dem Schalter interessierte sich für die Marken.

Der Abgeordnete hat die Briefmarken nun öffentlich als „Homo-Propaganda“ deklariert. Er möchte, dass die Post alle Briefe und Pakete, die mit der „Tom of Finland“-Marke frankiert sind, zurück an den Absender geschickt werden: „Ich ersuche die Führung der russischen Post, dieser Frage hohe Aufmerksamkeit zu widmen“

Denn die Marken würden, ist Milonow überzeugt, gegen die nationalen Gesetze verstoßen. „Sie sind prinzipiell Elemente der homosexuellen Propaganda, die in unserem Land verboten ist“, empört er sich gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS. Er sagt, Unterstützer in Finnland hätten ihn bereits vor den Marken gewarnt. Die Nachbarn selbst fordert er auf, „davon Abstand zu nehmen, diese Briefmarken zu verwenden, wenn Briefe nach Russland gesandt werden.“