Kärnten: Zahnärzte wollen keine HIV-positiven Patienten

Kärntner Zahnärzte wollen keine HIV-positiven Patienten. Derzeit gibt es im südlichsten Bundesland Österreichs nur einen Zahnarzt, an den sich Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, wenden können.

Heftige Kritik an diesem Zustand kommt von Günther Nagele, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Kärnten. Grund für die Weigerung der Zahnärzte, HIV-positive Patienten zu behandeln, ist die Angst vor einer Infektion – und damit Unwissenheit.

Denn bei einem Fragebogen der AIDS-Hilfe Kärnten gaben viele Ärzte an, dass die nötigen Sicherheitsstandards bei ihnen nicht eingehalten werden könnten – was für Nagele auf ein grobes Informationsdefizit hinweist. Denn gesonderte Hygienestandards seien bei der Behandlung nicht notwendig.

Derzeit wurde in Kärnten bei 250 Menschen der HI-Virus diagnostiziert. Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein. Bis zu 40 Prozent der Betroffenen dürften von ihrer Infektion noch nichts wissen. Die AIDS-Hilfe Kärnten hat deshalb eine Aktion gestartet, bei der man sich kostenlos bei seinem Hausarzt testen lassen kann.