Nach Homo-Hetze: Strafanzeige gegen Bischof Huonder

Jetzt kümmert sich die Staatsanwaltschaft um die Aussagen des Bischofs von Chur

Vitus Huonder
Bistum Chur

Die Schweizer Schwulenorganisation „Pink Cross“ hat bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Strafanzeige gegen Vitus Huonder eingereicht, den Bischof von Chur. Damit reagiert der Verein auf die Aussagen des Bischofs, der mit dem Zitat einschlägiger Bibelstellen Verbrechen gegen Homosexuelle zumindest gutgeheißen haben könnte – die Klärung der Vorwürfe liegt jetzt beim Staatsanwalt. Die Lesbenorganisation Schweiz unterstützt die Anzeige.

Am 31. Juli hielt Vitus Holunder ein Referat auf einem Kongress römisch-katholischer Konservativer. Darin bezieht sich der Bischof auf ein Bibelzitat aus den Gesetzesvorgaben im Alten Testament, die homosexuellen Beischlaf unter Männern mit dem Tod bestraft wissen wollen.

„Wir dulden keine Aufrufe zu Verbrechen“, sagt die Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross

Die Anzeige ist kein Angriff auf Meinungs- und Religionsfreiheit, betont Pink Cross. Aber: „Wir dulden keinen Hass, keine Aufrufe zu Verbrechen und keine Gewalt an homosexuellen Menschen“, so der Verein auf seiner Homepage. Und genau das habe Huonder mit seinen Aussagen getan. Denn das Zitieren der Bibelzitate „zur Legitimation von Aufrufen zu Hass und Verbrechen – bar jeder Exegese (Auslegung) und jeglichen Zusammenhangs mit der Lehre Christi – sondern im wortwörtlichen Sinn, ist für uns nicht hinnehmbar. Es sät Hass.“, heißt es bei Pink Cross.

Bischof Huonder selbst scheint sich der Schwere der Situation durchaus bewusst zu sein: „Aufgrund des anhaltenden Medienechos“ werde es „im Laufe der kommenden Woche“ eine „ausführliche Stellungnahme“ des Bischofs geben, heißt es aus dem Bistum. Darin werde man „auf die inzwischen geäusserten wesentlichen Kritikpunkte genauer eingehen“. Eine Erklärung, die nun auch sicher die Staatsanwaltschaft Graubünden interessiert.