Aidshilfe Kärnten: Aus nach 24 Jahren droht

Auch der Kärntner Aidshilfe droht nach 24 Jahren das Aus: Der Bund, aus dessen Förderungen fast zwei Drittel des Budgets kommen, hat angekündigt, den Verein nicht weiter zu fördern. Bis jetzt unterstützte der Bund die Aidshilfe Kärnten mit jährlich 140.000 Euro, dazu kommen 62.000 Euro vom Land und 3.000 Euro von der Stadt Klagenfurt.

Ohne die Bundesförderung müsste die Aidshilfe Kärnten zusperren. Ihr Leiter Günther Nagele erfuhr davon erst vor zwei Wochen. „Wir wurden dazu nach Wien zitiert. Man hat uns versichert, dass das nichts mit der Qualität der Arbeit zu tun hat, sondern, dass es eine strategische Entscheidung sei“, erzählt er im Gespräch mit dem ORF Kärnten.

Künftig soll Kärnten dann von der Steirischen Aidshilfe mitbetreut werden. Vorbild ist dafür die Aidshilfe Wien, erklärt Gerhard Aigner, der zuständige Sektionschef im Gesundheitsministerium gegenüber dem ORF. Das Argument: Die Aidshilfe in Wien sei für die gesamte Ostregion zuständig: „Und was in Ostösterreich funktioniert, sollte in den Regionen West und Mitte eigentlich auch funktionieren.“

An welchen Standorten die Kürzungen durchgeführt werden, sei nach Faktoren wie geografische Lage, Größe und Fallzahlen ausgewählt worden. Das eingesparte Geld soll aber an die Aidshilfen zurückfließen – in Form von zentral gesteuerten Präventionsmaßnahmen und einer Finanzierung der Gratis-HIV-Tests.

Experten schätzen, dass 350 Menschen in Kärnten HIV-positiv sind, etwa 250 davon wissen über ihre Erkrankung Bescheid. Die Aidshilfe Kärnten führte im Vorjahr mehr als 600 kostenlose HIV-Tests durch. Die Beratungsstelle setzt aber vor allem auf Prävention, mehr als 400 Workshops wurden an Schulen veranstaltet.