[Video] Erbrechen und Elektroschocks gegen Homosexualität in China

Nutzlose Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität dürften in China nach wie vor weit verbreitet sein. Das zeigt eine Dokumentation des britischen Senders Channel 4. Dabei werden auch Elektroschocks eingesetzt, wie die Filmaufnahmen beweisen.

In seiner Reihe „Unreported World“ zeigt der britische Sender mit versteckter Kamera, wie Lesben und Schwule in China mit nutzlosen und auch gefährlichen Therapien „behandelt“ werden. Aktivist John Shen gibt sich als Patient aus, der sich von seiner Homosexualität „heilen“ lassen möchte. Zunächst empfiehlt ihm ein Arzt kalte Duschen und Laufrunden, um seine homosexuellen Gefühle loszuwerden.

„Sie sind darauf konditioniert, Liebe zu fühlen, wenn sie jemanden mit dem gleichen Geschlecht sehen. Was ich machen möchte ist, dass sie sich fürchten“, erklärt eine Krankenschwester.

Und das macht sie auf äußerst zweifelhafte Weise: Shen bekommt Medikamente verschrieben, die zu Übelkeit führen. Und sogar Elektroschocks, um „das Nervensystem wieder in Einklang zu bringen“, wie ihm erklärt wird.

Der Erfolg dieser Maßnahme ist zweifelhaft: Nach einer Behandlung fühlt sich der Aktivist, der den Lockvogel spielt, im Gesicht betäubt. Wie viele Lesben und Schwulen in China auf diese Art leiden müssen, ist unbekannt.

Zwar ist Homosexualität in China seit 1997 legal, bis 2001 wurde sie aber nach wie vor als Geisteskrankheit klassifiziert. Gesellschaftlich ist sie noch immer nicht anerkannt. Wie chinesische Lesben- und Schwulenaktivisten berichten, würden vor allem Eltern versuchen, ihre Kinder durch mehr oder weniger freiwillige Therapien von ihrer Homosexualität zu „heilen“.

Aktivisten wie Shen fordern deshalb ein Verbot dieser „Therapien“ gegen Homosexualität. Mit wenig Erfolg: Wie die Dokumentation ebenfalls zeigt, werden sie vom chinesischen Staat für ihren Einsatz überwacht und schikaniert.