‚Spuckt sie an‘: Griechischer Geistlicher hetzt gegen Lesben und Schwule

In Griechenland ist die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften auch für gleichgeschlechtliche Paare in greifbarer Nähe: Am 22. Dezember soll das griechische Parlament darüber debattieren. Derzeit können nur heterosexuelle Paare diese Partnerschaften schließen. Eine wichtige Gegenstimme gibt es bereits jetzt: Die griechisch-orthodoxe Kirche.

Eine der lautesten Stimmen ist dabei Ambrosius, Metropolit von Kalavryta und Aigialeia. Als die Öffnung der Eingetragenen Partnerschaften auf die Tagesordnung des Parlaments in Athen gesetzt wurde, teilte der Geistliche, dessen Rang einem römisch-katholischem Bischof entspricht, auf seinem Blog recht deutlich aus: „Wann und wo auch immer ihr diese Leute trefft: Spuckt sie an, schwärzt sie an, stimmt gegen sie!“, so der Geistliche.

Lesben und Schwule „sind keine menschlichen Wesen“, praktiziert der Metropolit nicht gerade die Tugend der Nächstenliebe. Man solle sie als „Unfälle der Natur“ verurteilen, so Ambrosius: Homosexuelle seien „wahnsinnig“ und „geistig und spirituell krank“: „Lasst sie nicht in Ruhe! Sie sind gefährlich“, warnt der kontroversielle Geistliche. Abgeordnete, die dem Gesetzesentwurf zustimmen wollen, beschimpfte er. In der Vergangenheit hat der Metropolit Sympathien mit der rechtsextremen Partei „Goldene Morgenröte“ gezeigt.

Bereits auf einer Synode hat die Kirche erklärt, dass „alternative Familienformen“ einen „Angriff auf die christliche Familie“ darstellen würden. Deshalb müssten sie immer abgelehnt werden.

Rund 95 Prozent der griechischen Bevölkerung sind orthodoxe Christen. Im März kritisierte ein Bericht des Europarates, dass Lesben und Schwule in Griechenland Opfer „alltäglicher Diskriminierung“ werden: So gebe es in Griechenland derzeit keine „effektive Vorgehensweise für den Schutz von LGBT gegen Diskriminierung“. Negative Klischees und Vorurteile seien in der griechischen Bevölkerung weit verbreitet, die Regierung gehe nicht dagegen vor.