Ski-Freestyler Gus Kentworthy erzählt über sein erstes Mal

Auch, wenn die Temperaturen es nicht wirklich nahelegen: Die Wintersportsaison hat begonnen. Und in der ersten Saison nach seinem öffentlichen Coming Out wird US-Freestyler Gus Kenworthy besonders genau beobachtet – nicht nur auf der Piste. So hat der Olympia-Teilnehmer von Sotschi in einem Interview mit dem britischen Magazin „Attitude“ über das Interesse der Medien an seiner Person, sein Coming Out und seine Rolle als Vorbild geredet.

Dass er auf das gleiche Geschlecht steht, war Kenworthy schon recht früh klar: „Ich erinnere mich, wie wir als Kind zu diesen heißen Quellen gegangen sind, und da war dieser Rettungsschwimmer, so in seinen 20ern, der wirklich fit war, breite Arme und Schultern hatte, was ih vorher wahrscheinlich noch nie gesehen habe – zumindest nicht in einer Badehose“, erinnert er sich im „Attitude“-Interview: „Ich habe mir gedacht: ‚Oh mein Gott, was passiert da?‘ – aber ich wusste nicht, ob mir das gefallen hat, weil ich so aussehen wollte oder weil ich das selbst haben wollte, aber ich erinnere mich an diese Anziehungskraft, und die wurde logischerweise häufiger und stärker, je älter ich wurde.“

Sein erstes Mal geschah dann eher zufällig: „Ich hatte keine Ahnung, ob er schwul war oder überhaupt Interesse hatte, wir wurden Freunde, und eines Nachts waren wir unterwegs, hatten ein paar Drinks, und blieben bei einem Freund und schliefen auf der Bettcouch, und ich habe mir gedacht, ich küsse ihn jetzt, und wenn er mir ins Gesicht schlägt, kann ich immer noch sagen, ich war betrunken oder wusste nicht, was ich tue“, erinnert sich Gus Kenworthy: „Aber es stellte sich heraus, dass das gegenseitig war, und so begann eine fünfjährige Beziehung.“

Mit seiner neuen Popularität lernt der US-Freestyler gerade umzugehen: „Mir schreiben viele Kids, die sagen, dass sie ungenutzt sind oder ähnliche Gefühle haben, also versuche ich die, in meiner Inbox zu finden, weil ich glaube, dass das die Menschen sind, denen ich antworten soll und die Aufmerksamkeit brauchen“, so Gus Kenworthy im „Attitude“-Interview. Doch er bekommt auch andere Nachrichten: „Ich habe schon Mails aufgemacht, die nur aus Schwänzen bestehen. Und ich so: ‚Warum schickst du mir das? Das ist lächerlich!‘“