London: Konservativer Minister outet sich

In Großbritannien hat sich mit David Mundell das erste Mitglied der konservativen Regierung von Premierminister David Cameron als schwul geoutet. Er ist seit 2007 in London Unterstaatssekretär für Schottland.

Geoutet hat sich Mundell, der drei erwachsene Kinder hat, auf seinem eigenen Blog in einem Artikel mit dem Titel „New Year, New Start“. Sich öffentlich darüber zu äußern sei „eine der wichtigsten Entscheidungen“ seines Lebens gewesen, so der 53-Jährige. Diese sei schwieriger als ein erfolgreicher Wahlkampf gewesen. Er hoffe, dass die Entscheidung keinen Einfluss auf seine Arbeit habe.

Gerade für Männer seiner Generation sei ein Outing nicht einfach. „Mit der Zeit habe ich aber begriffen, dass ich persönlich nur dann wirklich glücklich sein kann, wenn ich in der Öffentlichkeit und im Privaten zeige, wer ich bin“, so David Mundell.

Zuspruch für die Entscheidung kam von Mundells Chef. „Der Premierminister ist erfreut, dass er in der Lage ist, diesen Schritt zu gehen“, erklärte ein Sprecher von David Cameron dem „Daily Telegraph“. Dieser sei bereits vor einigen Tagen über das bevorstehende Coming Out informiert worden.

Bei den schottischen Konservativen ist David Mundell als offen lebender Schwuler übrigens in guter Gesellschaft: Parteichefin Ruth Davidson ist lesbisch. Sie gratuliert dem Schottland-Minister über Twitter: „Er hat meine volle Unterstützung und auch die Unterstützung der erweiterten konservativen Familie in Schottland“, lässt sie über den Kurznachrichtendienst ausrichten.

Für die LGBT-Organisation Stonewall Scotland ist der Schritt des Ministers wichtig: „Vorbilder wie David Mundell inspirieren junge Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transmenschen, weil sie dann wissen, dass sie nicht alleine sind und stolz auf ihre Identität sein können“, heißt es in einer Aussendung.