Donnerstag, 29. Februar 2024
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Indonesien kämpft gegen Homo-Emojis

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Was haben wir uns gefreut, als auf unserem Smartphones auf einemal auch gleichgeschlechtliche Paare bei den Emojis auftauchten. Doch nicht überall auf der Welt wurde diese Freude geteilt. In Indonesien hat die Regierung nun soziale Netzwerke und Instant-Messaging-Dienste aufgefordert, Emojis mit gleichgeschlechtlichen Paaren zu entfernen. Der erste Messaging-Dienst ist bereits eingeknickt.

„Unsere Werte müssen akzeptiert werden“

„Kein soziales Medium darf etwas zeigen, das einen LGBT-Beigeschmack hat. Denn wir haben unsere eigenen Regeln, wie religiöse Werte und Normen, die sie respektieren müssen“, macht Ismail Cawidu, Sprecher des Informationsministeriums die Position der Regierung klar. Und das heißt im Klartext: Keine Homo-Paare oder Regenbogenfamilien bei den Emojis.

Einen ersten Erfolg kann das Informationsministerium auch schon vermelden: Line, ein in der Region populärer Messaging-Dienst, habe die Homo-Emojis in Indonesien nach Informationen der regierungsnahen Zeitung „Republika“ bereits gesperrt. Nun fordert Cawidu, „von anderen Diensten, sich diesem Schritt anzuschließen“. Das betrifft vor allem die Facebook-Tochter WhatsApp. Der Ministeriumssprecher behauptet, hier hätten sich besonders viele Nutzer über die gleichgeschlechtlichen Emojis beschwert.

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Homosexualität legal, aber geächtet

Mit Ausnahme der Provinz Aceh ist Homosexualität in Indonesien zwar nicht verboten, aber in dem muslimisch dominierten Staat gesellschaftlich geächtet. Einer Umfrage zufolge, die das Pew Research Center im Jahr 2013 durchgeführt hat, meinen 93 Prozent der Bevölkerung, dass Homosexualität bekämpft werden müsse.

Die Forderung nach einem Verbot für Homo-Emojis unterstütze diese Meinungen noch, so Ismail Hasani, Forscher am Setara Institute: „Es zeigt der Öffentlichkeit die Botschaft, dass LGBT etwas ist, gegen das man sein müsse, und die Öffentlichkeit wird durch diverse Organisationen mit einer solchen Ablehnung reagieren“, erklärt er in einem Interview mit der BBC.

Die Homo-Emojis sind seit einem Update im Jahr 2012 Teil des plattformübergreifenden Symbol-Zeichensatzes. WhatsApp und dessen Mutterkonzern Facebook haben sich noch nicht zu den Forderungen geäußert.

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