Israel: Flughafenpersonal schikaniert schwulen Pornostar

Weil er einen arabischen Namen hat, wurde Ibrahim Moreno insgesamt fünf Stunden lang befragt und gefilzt.

Ibrahim Moreno
Lucas Entertainment

Schwere Vorwürfe erhebt der französische Pornostar Ibrahim Moreno gegen das Sicherheitspersonal am Flughafen von Tel Aviv: Wegen seines arabisch klingenden Namens sei er gedemütigt worden und musste sich sogar vor den Beamten ausziehen.

Schon bei der Einreise bekam der Franzose Probleme wegen seines Namens

„Endlich zu Hause nach einem Horror-Wochenende“, schrieb Moreno am Dienstag auf Facebook. Und er beginnt seine Schilderungen mit dem Stress, den er bei der Einreise nach Israel hatte: „Nach zweieinhalb Stunden, um in Tel Aviv reinzukommen und drei Befragungen habe ich geglaubt, es könne nicht mehr schlimmer kommen, aber nein – es war nur ein Vorgeschmack auf das, was später kam.“

Moreno war als Stargast einer Schwulenparty in Tel Aviv. Und während der Aufenthalt in der israelischen Großstadt ohne Probleme von Statten gegangen sein dürfte, wurde die Ausreise für den Franzosen mit kubanischen Wurzeln zur Tortur.

Drei Stunden Tortur: Vier mal befragt und dann von den Beamten ausgezogen

Er schrieb, dass er insgesamt vier Mal von den Sicherheitsbehörden befragt wurde. Außerdem musste er seinen Koffer öffnen und ausleeren und seine Hygieneartikel wegwerfen. Danach musste er sich für eine umfangreiche Durchsuchung ausziehen: „Nach mehreren Checks haben sie mich ausgezogen“, erinnert er sich. „Ich habe mir nie gedacht, dass eine Reise in ein anderen Land mir das Gefühl gibt, ein Stück Scheiße zu sein“, schrieb Moreno auf Facebook.

„Ich bin schwul. Ich bin kein Moslem. Ich spreche keine arabische Sprache, aber ich trage eine Bürde, die es erlaubt, mich zu verurteilen und zu erniedrigen“, schreibt er – „einfach, weil mein Name Ibrahim ist – warum kann man nicht einen Namen mit arabischen Wurzeln haben?“, fragt Moreno auf Facebook. Insgesamt dauerte die Ausreise-Prozedur so drei Stunden.

Flughafen-Sicherheit betont, alles war korrekt

Die israelische Flughafen-Sicherheitsbehörde ist sich keines Fehlverhaltens bewusst. Gegenüber dem israelischen Portal „Ynet“ betonte man, die Sicherheitschecks würden vorgegebenen Richtlinien gemäß an allen Passagieren vollzogen – „unabhängig ihrer Identität oder Nationalität“.

Dass Ibrahim Moreno sich vor den Securities ausziehen musste, erklärt sich die Behörde so: „Wenn ein verdächtiger Gegenstand  gefunden wird, muss er mit technischen Geräten gescannt werden.“ Was bei Moreno gefunden worden sein soll und wo, darüber schweigt die Flughafen-Sicherheit.

Ibrahim Moreno hat Pornofilme für mehrere Labels gedreht, unter anderem auch für Lucas Entertainment.