Berlin: Saunabetreiber brechen ihr Schweigen auf Facebook

Die Identität des dritten Opfers konnte noch immer nicht festgestellt werden

Rosen und Regenbogenfähnchen
Facebook/Steam Works

Nach dem Brand in der Berliner Schwulensauna „Steam Works“ haben sich nun die Betreiber zum ersten Mal über Facebook zu Wort gemeldet. Das Profil- und Titelbild zeigt nun Blumen und Regenbogenfähnchen an der Eingangstür der Sauna.

In einem Posting heißt es: „Schweigen ist manchmal der einzige Weg, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen.“ Man sei im Gedanken bei den Angehörigen und Opfern und bedanke sich bei den Rettungskräften, die unter Einsatz ihres Lebens mitgeholfen haben, Menschenleben zu retten, so die offizielle Facebook-Seite der Sauna.

Die Identität des dritten Opfers ist immer noch nicht geklärt

Unterdessen gehen die Ermittlungen rund um den Brand weiter. Das dritte Opfer des Brandes konnte noch immer nicht identifiziert werden. Grund dafür seien seine schweren Brandverletzungen, berichtet die Berliner „B.Z.“.

Die Identität der beiden anderen Männer konnte bereits gestern bekannt gegeben werden: Es handelte sich um einen 49-jährigen Spanier und ein gleichaltrigen Italiener. Beide waren in Berlin gemeldet.

Kann ein Schwerverletzter Hinweise auf die Ursache des Brandes geben?

Außer Lebensgefahr ist hingegen jener 48-Jährige, der den Brand im ehemaligen „Apollo Splash Club“ in der Kurfürstenstraße überlebt hat. Nach Angaben der Polizei ist der Mann allerdings noch nicht vernehmungsfähig.

Von ihm erwarten sich die Brandermittler des Landeskriminalamtes nähere Informationen darüber, wie das Feuer im „Steam Works“ ausgebrochen ist. Derzeit gehen sie Berliner Medien zufolge von einem Kurzschluss oder Kabelbrand aus, der in einer Zwischendecke seinen Ausgang nahm. Allerdings kann auch fahrlässige Brandstiftung, beispielsweise der Gäste, nicht ausgeschlossen werden.

So erinnern sich Gäste des Saunaclubs, dass „man im Keller praktisch überall rauchen durfte“, wie ein Mann in einem Szene-Forum schreibt. In den Kabinen habe es auch keine Rauchmelder gegeben. Nach oben sei man nur durch den verwinkelten Gang und eine einzige Treppe gekommen.

Bezirksamt überprüfte Brandgefahr zuletzt im Februar 1981

Das Bezirksamt will sich nun selbst einen Überblick darüber verschaffen, was im ehemaligen „Apollo Splash Club“ seit der Genehmigung im Februar 1981 geschehen ist. Denn seitdem wurde die Brandgefahr vom Amt nicht mehr überprüft. „Am Donnerstag wird das bezirkliche Bauamt einen Termin vor Ort wahrnehmen“, so eine Sprecherin der Behörde zur „B.Z.“.

Dass das „Steam Works“ nach dem Brand renoviert und wieder aufsperrt, scheint derzeit unwahrscheinlich: So berichten Berliner Medien, dass der Hausbesitzer wegen Mietrückständen und einer offenen Wasserrechnung einen Räumungstitel beantragt hat.