Nach Sauna-Brand: Fehlten notwendige Genehmigungen?

Die Umbauarbeiten wurden dem Bezirksamt offenbar nicht angezeigt

Steam Works
Steam Works

Am Sonntagabend brach in der Berliner Schwulensauna „Steam Works“ ein Brand aus, der drei Menschen das Leben kostete. Nun gibt es einen schrecklichen Verdacht: Den Betreibern des Clubs sollen die notwendigen Genehmigungen gefehlt haben.

Das berichtet der „Tagesspiegel“ in seiner aktuellen Ausgebe. Demnach geht das zuständige Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg derzeit davon aus, dass die Sauna aufgrund dieser fehlenden Genehmigungen illegal betrieben worden ist. „Es hat wohl umfangreiche Umbaumaßnahmen gegeben, das haben wir im Internet gelesen, davon wissen wir aber offiziell nichts“, sagte der für Bauaufsicht zuständige Stadtrat Jörn Oltmann von den Grünen dem „Tagesspiegel“.

Keine Genehmigung des Bezirksamtes für Renovierungsarbeiten?

So sagte einer der Betreiber im Dezember 2016 in einem Interview mit dem Schwulenmagazin „blu“, dass unter anderem „das Untergeschoss komplett entkernt und neu aufgebaut“ wurde. Die Sauna hatte erst im Jänner nach umfangreichen Renovierungsarbeiten unter neuem Namen, „Steam Works“, wieder eröffnet und auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt. Allerdings hätten die Bauarbeiten vom Bezirksamt genehmigt werden müssen, dabei wäre auch der Brandschutz erneut geprüft worden. Das ist nach derzeitigem Stand der Informationen nicht geschehen.

Ersten Informationen zufolge könnte ein Kurzschluss in einer Zwischendecke den Brand verursacht haben. Betroffene berichten, dass sie im dichten Rauch die Notausgang-Schilder nicht mehr sehen konnten. Ein Notausgang, durch den allerdings niemand flüchtete, soll verbarrikadiert gewesen sein, andere verschlossen.

Amt dürfte Brandschutz seit 1981 nicht mehr kontrolliert haben

Die Genehmigung für die Sauna stammt dem Bezirksamt zufolge aus dem Februar 1981 – den Anfangstagen des „Apollo Splash Club“. Danach hätte nur noch „anlassbezogen“ kontrolliert werden müssen. Seit damals wurde der Brandschutz deshalb offenbar von Amts wegen nicht mehr geprüft. Das mag zwar rechtlich in Ordnung sein, für Oltmann ist das trotzdem problematisch.

Außerdem vermutete die Feuerwehr nach der Besichtigung der Brandstelle, dass einige Männer im „Steam Works“ auch gewohnt haben dürften. Auch das wäre illegal. Die Betreiber waren für den „Tagesspiegel“ nicht erreichbar. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Bei dem Brand, der am Sonntag kurz nach 22.00 Uhr gemeldet wurden, kamen drei Menschen ums Leben. Heute wurde bekannt, dass zwei von ihnen identifiziert werden konnten. Im Feuer starben ein 49-jähriger Spanier und ein gleichaltriger Italiener. Beide waren in Berlin gemeldet. Der dritte Tote konnte aufgrund seiner schweren Verletzungen noch nicht identifiziert werden.