Düsseldorf: Raubserie gegen Schwule aufgeklärt

Jugendliche sollen bis zu acht schwule Männer niedergeschlagen und ausgeraubt haben

Polizei
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In Düsseldorf konnte die Polizei drei junge Männer festnehmen, die seit November 2016 mehrere schwule Männer zusammengeschlagen und ausgeraubt haben. Die Düsseldorfer Polizei hat zur Aufklärung eine eigene Ermittlungskommission eingerichtet. Insgesamt gibt es acht Fälle mit gleichem Tatmuster.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich dem Polizeibericht zufolge um Burschen aus der Balkanregion im Alter von 17 und 18 Jahren. Sie sitzen nun in Untersuchungshaft. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Täter suchten gezielt Opfer, die aus Szenelokalen gingen

Die Opfer suchten sich die drei Burschen in der Düsseldorfer Szene, vorwiegend im Bereich Charlottenstraße und Bismarckstraße. Dabei konzentrierten sich die jungen Männer offenbar auf Gäste, die die Schwulenbars dort verließen.

Auf die Spur kam die Polizei dem Trio nach einem Überfall, der am 5. Jänner stattgefunden hatte: Ein 52-jähriger Tourist, der im Szeneviertel Kontakt mit den Jugendlichen hatte, wurde auf dem Weg zu seinem Hotel ausgeraubt. Die Täter schlugen ihn von hinten nieder und raubten ihm Smartphone und Geldbörse.

Durch die Aussagen eines Opfers konnten die Burschen identifiziert werden

Über die Aussage des 52-Jährigen und anderen Gästen des Lokals konnten die drei Burschen schließlich identifiziert werden. Sie sind polizeibekannt und wohnen in Wuppertal und Haan. Letzten Mittwoch wurden sie in ihren Wohnungen von der Polizei widerstandslos festgenommen.

Mittlerweile konnten dem 18-jährigen Haupttäter drei Taten zugeordnet werden, seinen Komplizen zumindest die Beteiligung an der Tat im Jänner. Von den Ergebnissen der kriminaltechnischen Untersuchungen erhofft sich die Polizei weitere Hinweise, ob die Beschuldigten auch an weiteren Taten beteiligt waren.