Dienstag, 28. Mai 2024
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[Galerie] Wien: Fast 1000 Teilnehmer bei Solidaritäts-Marsch für Tschetschenien

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Ein eindrucksvolles Zeichen war der Solidaritätsmarsch für Tschetschenien, der gestern in Wien stattgefunden hat. An die 1000 Menschen zogen durch die Innenstadt von der Staatsoper über die Hofburg, dem Sitz der OSZE, zum Parlament, um gegen die Verhaftungen, Folterungen und Ermordung schwuler Männer durch das tschetschenische Regime zu demonstrieren.

Grußbotschaft des Bundeskanzlers: Demonstration „wichtiges Zeichen gegen die inakzeptablen Vorgehensweisen“

Bei der Abschlusskundgebung verlas die Grüne Bundesrätin Ewa Dziedzic unter anderem eine Grußbotschaft von Bundeskanzler Christian Kern von der SPÖ. Kern dankte den Demonstranten für ihr Engagement: „Die heutige Veranstaltung ist ein wichtiges Zeichen gegen die geschilderten inakzeptablen, menschenrechtswidrigen und unfassbaren Vorgehensweisen“, so der Bundeskanzler: „Unsere Solidarität gilt den Betroffenen

In Offenen Briefen wurden Außenminister Sebastian Kurz und Innenminister Wolfgang Sobotka, beide ÖVP, aufgefordert, zu handeln: Kurz müsse auf internationaler Ebene Druck auf Russland machen, damit der Kreml seinen Einfluss auf Tschetschenien geltend mache. Denn die Politik in der russischen Kaukasusrepublik werde in Moskau gemacht und nicht in Moskau, erklärte die langjährige ORF-Moskau-Korrespondentin und Russland-Expertin Susanne Scholl in ihrer Rede.

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Asyl für schwule Männer aus Tschetschenien muss einfacher gemacht werden

Sobotka müsse hingegen dafür sorgen, dass verfolgte schwule Männer aus Tschetschenien in Österreich leichter Asyl finden würden, forderte unter anderem Marty Huber von Queer Base, einem Verein, der LGBT-Flüchtlinge betreut, in ihrer Rede. Einerseits müssten sie schnelleren Zugang zu Asyl bekommen, und andererseits während des Verfahrens von mutmaßlich homophoben Landsleuten getrennt betreut werden.

„Solidarität ist eine Waffe. Nutzen wir sie“, so Huber bei der Demo. Außerdem brachte sie den Demonstranten eine eindrucksvolle Rede mit, die geflüchtete schwule Tschetschenen zuvor aufgenommen hatten. Sie erklärten die Situation, der schwule Tschetschenen ausgesetzt sind, und widersprachen Präsident Ramsan Kadyrow: Sexuelle Minderheiten gebe es überall – und man kann sie auch nicht auslöschen.