Heute führt Kanada eine dritte Geschlechts-Option auf allen Dokumenten ein

Die Regierung von Premier Justin Trudeau löst damit ein wichtiges Versprechen ein

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Ab heute können in Kanada Menschen, für die Definitionen wie „männlich“ oder „weiblich“ nicht zutreffen, sich entsprechende Dokumente ausstellen lassen: So gibt es ab sofort als Option für das Geschlecht statt den bisherigen „M“ für männlich und „F“ für weiblich in den Papieren auch ein „X“ für „nicht spezifiziert“. Das betrifft vor allem Transgender-Personen und Intersexuelle.

Mit der dritten Möglichkeit löst Premierminister Justin Trudeau ein Versprechen ein

Mit der Einführung der dritten Geschlechtsoption löst der kanadische Premierminister Justin Trudeau ein Versprechen ein. Er erklärte bereits im Mai, dass die Regierung daran arbeite, bei der Geschlechtsbezeichnung auf Dokumenten eine „dritte Box“ neben männlich und weiblich einzuführen.

Betroffene sollen so Dokumente erhalten, die ihrer „sexuellen Identität besser entsprechen“, hofft die kanadische Regierung. Die entsprechende Behörde, Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC), bietet ab heute eine „vorübergehende Maßnahme“ an, damit Menschen sich auch in Dokumenten als „nicht spezifiziert“ auszeichnen können. Dieser Zwischenschritt ist notwendig, bis die Regierung technisch in der Lage ist, Dokumente zu drucken, die statt einem „M“ oder „F“ ein „X“ enthalten.

Die entsprechenden Reisepässe sind selbstverständlich international anerkannt: So erlaubt die zuständige International Civil Aviation Organization (ICAO) beim verpflichtenden Feld für die Geschlechtsbezeichnung schon jetzt die Optionen „M“, „F“ und „X“.

„Ein wichtiger Schritt, um die Gleichberechtigung aller Kanadier zu fördern“

„Alle Kanadier sollen sich mit ihrer sexuellen Identität wohl fühlen und das Geschlecht angeben, mit dem sie sich am wohlsten fühlen“, erklärte Ahmed Hussen, zuständiger Minister für Immigration, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft: „Mit der Einführung der ‚X‘-Geschlechtsbezeichnung in den vom Staat herausgegebenen Dokumenten machen wir einen wichtigen Schritt, um die Gleichberechtigung aller Kanadier zu fördern – ungeachtet ihrer geschlechtsspezifischen Identität.“

„Ich bin aufgeregt. Es ist ein Schritt vorwärts für unsere Gesellschaft. Es ist Fortschritt“, freut sich Trans-Frau Laura Budd gegenüber dem kanadischen Sender CBC. Sie hat schon angekündigt, die neue Option wahrzunehmen. Auch für Joshua Ferguson, eine nicht-binäre Transgender-Person, ist die neue Regelung „auf jeden Fall ein positiver Schritt in die richtige Richtung“.