#TeenStarLeaks – Verein nennt Material über Homosexualität „veraltet“

Wenn die Unterlagen überarbeitet werden, könnte Teenstar wieder an österreichische Schulen kommen

Screenshot: TeenSTAR
Screenshot: TeenSTAR

Schwierigkeiten gibt es für das Bildungsministerium, den Verein „Teenstar“ von österreichischen Schulen zu verbannen. Denn im Ministerium weiß man bis jetzt gar nicht, welche externen Anbieter von Kursen zur Sexualpädagogik an welchen Schulen tätig sind. Das berichtet die „Zeit im Bild 2“.

Bildungsministerium schaut sich Teenstar-Unterlagen „sehr genau an“

Dass die HOSI Salzburg die Unterlagen gemeinsam mit dem Falter veröffentlicht hat, führte im Bildungsministerium dazu, „Teenstar zu überprüfen, das ist kein Thema, wir schauen uns diese Unterlagen sehr genau an“, so Martin Netzer, Generalsekretär des Bildungsministeriums, in der ZIB 2.

Als ersten Schritt wurden die Landesschulräte angewiesen, die Zusammenarbeit mit dem christlich-konservativen Verein sofort auf Eis zu legen. Man nehme den Fall zum Anlass, „die Kritierien, die wir für den Unterricht in Sexualpädagogik erwarten, wirklich noch einmal klar zu kommunizieren“, so Netzer weiter.  Doch derzeit hat das Ministerium keinen Überblick, welche Schulen mit welchen Vereinen zusammenarbeiten – auch hier gibt das Bildungsministerium jetzt Gas.

Bildungsministerium gibt zu: Qualitätsüberprüfung an Schulen war „mangelhaft“

Bildungsminister Heinz Faßmann von der ÖVP ersucht deshalb die Landesschulräte, in ihrem Bundesland „flächendeckend zu erheben, an welchen Standorten sexualpädagogische Workshops durch externe Anbieter (…) geplant sind (…) sowie detaillierte unangekündigte Unterrichtsbeobachtungen vorzunehmen“.

Dass Inhalte wie jene in den Unterlagen von Teenstar an österreichischen Schulen gelehrt werden, bringt Netzer in Verlegenheit. „Es war die Qualitätsüberprüfung mangelhaft“, gibt der Generalsekretär des Bildungsministeriums zu: „Was wir schon tun müssen, und das sehen wir an diesem Fall sehr klar: Diese Kriterien noch einmal in Erinnerung zu rufen“.

Teenstar nennt seine Unterlagen zu Homosexualität jetzt „veraltet“

Teenstar war für eine Stellungnahme gegenüber der ZIB 2 nicht erreichbar. Der Austria Presse Agentur (APA) gegenüber betonte der Verein, die Unterlagen seien „gerade im Hinblick auf die Thematik der Homosexualität veraltet und seit Monaten in Überarbeitung“. Jeder Mensch werde im Rahmen des Programms in seiner sexuellen Selbstbestimmung respektiert, so Teenstar weiter.

Sollte Teenstar seine Unterlagen überarbeiten, könnte der christlich-konservative Verein also wieder seine Sexualkunde-Kurse an Schulen halten. „Wenn dem Grundsatzerlass entsprochen wird, kann selbstverständlich auch Teenstar wieder an Schulen tätig sein“, so Netzer.