HIV-Neudiagnosen: Gleichbleibend in Österreich, weniger in Deutschland und der Schweiz

Der Trend zu einem starken Rückgang lässt sich in Österreich nicht feststellen

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Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Österreich bleibt auf niedrigem Niveau stabil. Das hat Bernhard Benka von der für übertragbare Erkrankungen, Krisenmanagement und Seuchenbekämpfung zuständigen Abteilung 4 im Gesundheitsministerium auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Die Zahl dürfte sich 2018 auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln: Im Jahr 2017 wurde in Österreich bei 510 Menschen eine HIV-Infektion festgestellt. Der Großteil davon trifft Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Insgesamt dürften in Österreich knapp 10.000 Menschen mit HIV oder Aids leben, wobei nur eine Aids-Erkrankung meldepflichtig ist, nicht aber die HIV-Infektion.

In Deutschland geht die Zahl der Neuinfektionen seit 2016 zurück

In Deutschland dürften die ersten Erfolge einer neuen Strategie gegen HIV schon zu sehen sein. So infizierten sich nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts im letzten Jahr 2.700 Menschen mit HIV – erwartet worden waren bis zu 2.900 Neuinfektionen. Der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) zufolge setzt sich damit ein Trend vor, der bereits 2016 begonnen hat.

Ein Mittel im Kampf gegen HIV ist dabei die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), mit der eine Infektion verhindert werden kann. Ein anderes ist die sofortige Behandlung nach der Diagnose – denn wenn der HI-Virus nicht mehr im Blut festgestellt werden kann, kann er auch nicht weitergegeben werden.

„Historisches Tief“ der Neuinfektionen auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz ist die Zahl der HIV-Infektionen deutlich zurückgegangen. So wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge 2017 445 Neudiagnosen gemeldet – ein Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein „historisches Tief“, so das BAG.

„Vermehrte Testung besonders exponierter Personengruppen und eine immer früher einsetzende Behandlung scheinen eine Trendwende ausgelöst zu haben, so die Bilanz des BAG. Ein Drittel aller HIV-Diagnosen bei MSM, wurde in einem der fünf Schweizer „Checkpoints“ festgestellt, die sich in Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich befinden.

Doch nicht überall in Europa sieht es so gut aus: So wurden in der 53 Staaten zählenden WHO-Europaregion im Jahr 2017 fast 160.000 HIV-Neuinfektionen festgestellt – ein neuer Höchststand.