Dubai verweigert Trans-Frau aus Niederösterreich die Einreise

Der Silvestertrip nach Dubai wurde für ein gleichgeschlechtliches Ehepaar zum Horrortrip

Dubai: Burj Al-Arab
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Zu einem Albtraum wurde für ein gleichgeschlechtliches Paar aus Niederösterreich ein Trip nach Dubai: Weil einer der Frauen transsexuell ist, verweigerten die Behörden ihr die Einreise, berichtet die Tageszeitung Kurier.

In einem Raum musste sich die Trans-Frau vor drei Sicherheitsleuten entblößen

Madlen und Bernadette König-Halbritter aus Wiener Neustadt wollten nach einem Weihnachtsurlaub in Südafrika den Jahreswechsel in Dubai verbringen. Doch der Aufenthalt verlief anders als geplant. „Wir kamen von Johannesburg und waren bereits eingereist, als wir plötzlich von Sicherheitsleuten in einen Raum gebracht wurden“, erinnert sich Madlen König-Halbritter.

Besonders interessierte die Beamten dabei das Geschlecht ihrer Ehefrau Bernadette. Diese ist seit Juli 2017 als Frau anerkannt und hat auch einen entsprechenden Pass. Allerdings hat sie sich keiner geschlechtsanpassende Operation unterzogen. Bei der Leibesvisitation musste sie sich deshalb die Frage „Everything cut off?“, also „Alles abgeschnitten?“, gefallen lassen – und musste sich dann vor gleich drei Sicherheitsleuten entblößen.

Nach stundenlangem Warten wurde dem Paar die Einreise verwehrt

Der Trans-Frau wurde schließlich nach stundenlangem Warten die Einreise nach Dubai ohne Angabe von Gründen verwehrt. Interventionen beim österreichischen Konsulat in Dubai konnten daran auch nichts mehr ändern. Noch am selben Abend flog das Paar nach Wien. Auf den Stornokosten für das Hotel und gebuchte Attraktionen in der Höhe von etwa 2.500 Euro bleiben die beiden nun sitzen.

„Es war eine wirklich bittere Erfahrung“, ärgert  sich Madlen König-Halbritter. Was das Paar an der Willkür der Grenzbeamten besonders stört: Die beiden Frauen waren bereits 2017 und 2018 mit demselben Pass in Dubai – damals gab es keine Probleme. Das dokumentieren Stempel im Reisepass der Trans-Frau.

Bis jetzt hat auch das Außenministerium keine Erklärung aus Dubai bekommen

Das österreichische Außenministerium wartet noch immer auf eine schriftliche Stellungnahme der Behörden in Dubai. Ihren Informationen zufolge ist es das erste Mal, dass einem gleichgeschlechtlichen Paar in Österreich die Einreise in ein anderes Land verwehrt wurde.

In Dubai gelten für sexuelle Minderheiten strenge Gesetze: Das Strafgesetz sieht für Personen, die „obszöne Handlungen in der Öffentlichkeit“ vornehmen, eine Mindeststrafe von sechs Monaten vor. Einvernehmliche homosexuelle Handlungen werden mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft.

Sexuelle Minderheiten müssen in Dubai mit Gefängnisstrafen und Ausweisung rechnen

Im Juli 2008 hat die Polizei etwa bis zu 40 ausländische Männer wegen des öffentlichen Tragens von Frauenkleidern und dem Vorwurf der Homosexualität festgenommen, ein Richter ließ die „Täter“ Medienberichten zufolge sofort deportieren.

„Ein solches Verhalten widerspricht den Traditionen und Werten der Vereinigten Arabischen Emirate“, erklärte damals Polizeichef von Dubai. Er hatte bereits zuvor mit Festnahmen gedroht, weil „Transvestiten öfter in öffentlichen Plätzen anzutreffen sind, inklusive Einkaufszentren“

Im Jahr 2008 hat ein Berufungsgericht zwei Frauen wegen „unanständiger Taten“ zu je einem Monat Haft verurteilt. Einem Polizeibericht zufolge sollen sie sich an einem öffentlichen Strand geküsst und sich „unsittlich berührt“ haben. Im April 2012 sind zwei Männer zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in einem Auto betrunken Sex miteinander hatten.