Küssende Fußballfans: Posting der Wiener Linien erregt die Stadt

Die Verkehrsbetriebe reagierten vorbildlich auf die Hassposter unter dem Beitrag

Kampagne Valentinstag/Matchtag
Wiener Linien

Für Rapid-Fans war dieser Valentinstag ein besonderes Datum: Denn ihre Mannschaft spielte im Sechzehntelfinale der UEFA Europa League gegen Inter Mailand. Die Wiener Linien haben das mit einem besonderen Posting gewürdigt. Das kam nicht überall gut an – doch die Verkehrsbetriebe reagierten clever.

„Coole Kampagne“ fanden die einen…

Das Foto zeigte zwei junge Männer, einer in einem Rapid-Dress, der andere in den Clubfarben von Inter, in der U-Bahn – und zwar küssend. Dazu der Text „Habt Euch lieb“ und der Kommentar „Egal ob Valentinstag oder Match-Day…“.

https://www.facebook.com/wienerlinien/photos/a.169139486471301/2344872118898016/?type=3&theater

Viele Fans der Wiener Linien lobten den Mut der Verkehrsbetriebe: Sie kommentierten das Bild mit „großartig“, „mutig“ oder „Ich hab euch lieb, Wiener Linien“. „Coole Kampagne! Danke“, schrieb ein User, ein anderer fand das Bild „voll genial“. Und in Anspielung auf den Stadtrivalen Austria, dessen Vereinsfarbe violett ist, schreibt ein User: „Mit violettem Leiberl wäre es wirklich mutig gewesen ;-)“.

…für die anderen war das Posting ein „Scheißdreck“

Doch es gab auch negative Kommentare. „Scheißdreck“, schrieb ein User, ein anderer wollte wissen: „Warum nicht ein Heteropaar?“. Ein anderer User fragt: „Ich frag mich, ob’s eich bei de Wiener Linien dezent ins Hirn geschissn habn…“. Doch die Wiener Linien ließen den Hass gekonnt an sich abprallen.

Ein User schrieb: „Was kommt als nächstes? Sexual-Genderlehre im Bild in den Öffis? Aber dafür wird die Wurstsemmel verboten“ – und die Antwort darauf lautete: „Verstehen den Vergleich zwischen Wurstsemmel und Schmusen am Valentinstag gerade nicht ganz…“ Einem User, der „Was man nicht alles für Klicks und Kommentare postet“ schrieb, antworteten die Wiener Linien „Nein, eher für Toleranz und Liebe“.

Und bei einem User, der das Posting „Sowas von krank und das vor den Augen unserer Kinder fand“, wollten es die Wiener Linien genauer wissen und fragten nach: „Die Brutalität im Fußball?“