Dienstag, 18. Juni 2024
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Zürich: Jugendliche greifen am Tag gegen Homophobie einen LGBT-Stand an

Die Polizei ermittelt gegen Tatverdächtige

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Einen homophoben Angriff hat es am Freitag, dem internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT), in Zürich gegeben. Mehrere Chaoten haben einen Stand einer Aufklärungsorganisation attackiert. Die Polizei ermittelt gegen Tatverdächtige.

Wie Schweizer Medien berichten, sollen mehrere Jugendliche einen Stand der Organisation „Achtung Liebe“ beim Züricher Lochergut angegriffen haben. Die Organisation setzt sich in der ganzen Schweiz für eine zeitgemäße und altersgerechte Sexualaufklärung ein, unterstützt wurde sie dabei von den LGBT-Studentenorganisationen „z&h“ und „L-Punkt“. Ab 13 Uhr wurden Aufkleber, Flyer, Kuchen und kostenlose Umarmungen an Passanten verteilt, außerdem gab es Informationen über die Situation sexueller Minderheiten in der Schweiz und Europa.

Jugendliche verwüsteten den Stand und stahlen eine Regenbogenflagge

Sie schnitten die Regenbogen-Banner ab, warfen Flyer und Essen auf den Boden, drehten den Tisch um und stahlen eine Regenbogenflagge. Auf Instagram und Twitter kursiert ein Video, das zeigt, wie mehrere Jugendliche den Stand verwüsten und dann flüchten. Mittlerweile hat die Züricher Stadtpolizei den Vorfall bestätigt. „Die Polizei rückte am Freitag um 14 Uhr zum Stand aus. Unbekannte haben dort mehrere Sachbeschädigungen begangen“, so Mediensprecherin Judith Hödl.

Und es war nicht der einzige Angriff gegen den Stand der Organisation. Wie Roman Heggli, Geschäftsleiter der Schwulenorganisation Pink Cross, berichtet, kam es etwa eine halbe Stunde später zu einem zweiten Vorfall. Ein Einzeltäter habe beim Stand Schilder und Fahnen auf den Boden geworfen, so Heggli. „Für Betroffene ist es sehr erschütternd, wenn sie aufgrund ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität angegriffen werden“, so der Pink-Cross-Chef.

Die offene Wut gegen sexuelle Minderheiten macht die Organisatoren nachdenklich und traurig

Die betroffenen Organisationen haben sich mittlerweile auch zu Wort gemeldet. „Es macht uns nachdenklich und traurig, dass es auch heute noch in der Schweiz so viel Wut und Hass gegen Personen gibt, die nur das Recht einfordern, dass jede*r Mensch sein und lieben darf, ohne diskriminiert zu werden“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von „Achtung Liebe“, „z&h“ und „L-Punkt“.

Kraft gaben den Aktivisten dabei die Bewohner der Gegend, in der sie ihren Stand aufgebaut hatten: „Ihre Neugierde, zu wissen, wer wir sind und wofür wir kämpfen, gab uns so viel Energie und den Wunsch, nicht aufzugeben“.